Wie das therapeutische Schreiben unsere Psyche stärkt

Der Volksmund weiß es mal wieder am besten: „Sich alles von der Seele schreiben“ oder „sich den Frust von der Seele schreiben“ ist eine gute Methode, um Ordnung in die eigene Gedankenwelt zu bekommen. Oder wie es einst Goethe gesagt haben soll: „Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Hals zu schaffen“.

Schreiben kann therapeutisch wirken, befreiend und gar heilend. In der Psychologie ist das therapeutische Schreiben ein fester Bestandteil und es existieren unzählige Übungen, wie sich durch Schreiben die Psyche von unschönem Ballast befreien lässt.

Dabei muss man gar nicht krank sein, um von der Schreibtherapie profitieren zu können. Für jeden von uns kann es nützlich sein, sich regelmäßig oder hin und wieder hinzusetzen und einfach aufzuschreiben, was uns beschäftigt. Das hilft im Alltag bei der Bewältigung von Problemen und hilft uns, den Fokus auf das zu richten, was für uns in unserem Leben wirklich wichtig ist.

In unserem vorliegenden Blog-Text erklären wir, wie einfach es ist, Schreiben als Therapie zu verstehen, welche Methoden sich für das therapeutische Schreiben in unser aller Alltag eignen und wie die Schreibtherapie in der Psychologie eingesetzt wird.

Levio Tintenroller

Was ist eigentlich therapeutisches Schreiben?

Kurz erstmal zum Grundlegenden: Therapeutisches Schreiben kann tatsächlich Teil einer Therapie für Menschen mit ernsten Sorgen und physischen wie auch psychischen Problemen sein, eignet sich aber genauso gut für jeden von uns im Alltag – in gewisser Weise dabei vorbeugend, damit es gar nicht erst zu Problemen kommt.

In der Psychologie wird die Schreibtherapie als „therapeutischer Umgang mit Literatur“ verstanden, um Probleme aufzuarbeiten. Durch aktives Schreiben wird Erlebtes bewusst gemacht und verarbeitet.

Im Alltag lässt sich dieses Vorgehen aus der Psychologie gut anwenden. Auch ohne fachliche Anleitung ist jeder dazu in der Lage, seine Gedanken, Sorgen und Wünsche zu Papier zu bringen. Das handschriftliche Schreiben eignet sich ideal dafür, da wir auf natürliche und flüssige Art gewissermaßen unser Inneres nach außen kehren.

Für wen ist das therapeutische Schreiben geeignet?

Wie oben bereits bemerkt: Man muss nicht krank sein, um eine Schreibtherapie zu starten. Jeder kann mit dem Schreiben beginnen – entweder in Form einer relativ strukturierten „Selbsttherapie“ oder auch auf eine sehr lockere und spielerische Weise, zum Beispiel in einer Schreibwerkstatt, in einem Schreibclub mit Gleichgesinnten oder auch einfach nur, indem wir wieder öfter Briefe schreiben.

Keine Angst: Ein großer Dichter muss nicht sein, wer sich entschließt, Schreiben als Therapie zu betrachten und seine Gedanken zu Papier zu bringen. In der Regel bekommt die Texte niemand anderes zu Gesicht als man selbst – „perfekt“ müssen sie also nicht sein.

Schreiben als Therapie: Diese Methoden eignen sich dafür

Methoden und Übungen, um auf eine therapeutische Art zu schreiben, gibt es jede Menge. In den Grundzügen ähneln sie sich alle und zielen darauf ab, auf eine möglichst ungezwungene und leichte Art, den eigenen Seelenzustand und die eigenen Gedanken und Probleme in Worte zu fassen und aufzuschreiben.

Während der eine am liebsten ohne Punkt und Komma einfach drauflos schreibt, wählt der andere einen eher poetischen Ansatz – und mancher braucht eine vorgegebene Struktur, um sein Innerstes nach außen kehren zu können.

Die folgenden Methoden für therapeutisches Schreiben eignen sich für den Anfang:

Freies Schreiben:

Diese Schreibtechnik dient dazu, einfach alles aufzuschreiben, was uns in den Sinn kommt – frei von Zwängen und so, wie wir es fühlen. Geeignet ist diese Methode etwa für die sogenannte „Morgenseite“ – ein Blatt Papier, auf dem man direkt nach dem Aufstehen alle Gedanken notiert, die einem in den Sinn kommen, zum Beispiel Träume und Gedanken zum bevorstehenden Tag.

Tagebuch schreiben:

Im Grunde nichts anderes als eine Form des therapeutischen Schreibens ist das gute, alte Tagebuch. In der Psychologie gilt das Schreiben eines Tagebuchs als Therapie, um sich mit der eigenen Lebenssituation auseinanderzusetzen. Aufgeschrieben wird alles Erlebte und was einem auf der Seele brennt. Eine Sonderform ist das Dankbarkeitstagebuch, in das nur positive Gedanken gehören – ideal, um einmal eine ausgiebige Seelenreinigung durchzuführen.

Poesietherapie:

Anders als das freie Schreiben erfolgt die Poesietherapie oder auch das kreativ-therapeutische Schreiben nicht frei, sondern in einem vordefinierten Rahmen. Die eigenen Gefühle, Ängste und Erlebnisse werden in bestimmten Textformen ausgedrückt, zum Beispiel in Kurzgeschichten oder Gedichten – daher auch der Name Poesietherapie.

Kreatives Schreiben:

Die Methoden des kreativen Schreibens eignen sich auch sehr gut für therapeutische Zwecke. Auf sehr verschiedene Arten kann so jeder zum Ausdruck bringen, was in ihm vorgeht. Dies kann auf eine sehr freie, kreative Art geschehen, aber auch auf einen Impuls hin, was vor allem all jenen hilft, die sich mit dem Schreiben normalerweise etwas schwertun. Ein solcher Impuls können zum Beispiel drei Wörter sein, die Gefühle beschreiben und die als Ausgangspunkt für eine kleine Geschichte dienen, die die eigene Laune zu diesen Gefühlen in Beziehung setzt.

KAWA-Methode:

Die KAWA-Methode ist eine Technik des assoziativen Schreibens. Das Akronym steht dabei für Kreative Ausbeute von Wort-Assoziationen. Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz simpel: Auf ein weißes Blatt Papier schreibt man in Großbuchstaben mit einem Kugelschreiber das Thema, über das man sich Gedanken machen möchte. Und dann beginnt man, wie bei einer Mindmap dazu Assoziationen zu finden – wobei die Besonderheit bei der KAWA-Methode darin besteht, dass alle gefundenen Begriffe mit einem der Buchstaben des Themas beginnen müssen.

Hörner Fortress Set I Kugelschreiber Tintenroller und Füllfederhalter I Hochwertiges Schreibset inkl. Etui I Online Kaufen I Schöner Kuli Rollerball Füller

Das braucht es, um mit der Schreibtherapie zu beginnen

Das Gute an den beschriebenen Methoden des therapeutischen Schreibens: Es braucht nicht viel, um mit dem Schreiben zu beginnen. Je nachdem, wie man seine Gedanken notieren möchte, sind ein Blatt Papier, ein Tagebuch oder ein anderweitiges Heft nötig – und ein Stift, wobei es jedem selbst überlassen ist, ob er zu Kugelschreiber oder Tintenroller greift oder sich für einen Füllfederhalter entscheidet.

Wer Schreiben als Therapie betrachten möchte, sollte neben diesen materiellen Voraussetzungen noch eine weitere mitbringen: den Willen, über einen längeren Zeitraum am Ball zu bleiben. Eine Schreibtherapie ist keine einmalige Sache und funktioniert nur, wenn sie über einen gewissen Zeitraum verfolgt wird und so Fortschritte erkennbar werden. Täglich abends Tagebuch schreiben, morgens die Gedanken für den anstehenden Tag notieren oder einmal wöchentlich eine Poesietherapie einlegen sind die Basis für den Erfolg.

Und: Die eigenen Texte sollten mit etwas Abstand immer mal wieder zur Hand genommen und gelesen werden. Das fördert die innerliche Verarbeitung bestimmter Erlebnisse oder Ängste.

Welche Wirkung erzielt das therapeutische Schreiben?

Warum eigentlich eignet sich das Schreiben so gut als Therapie bzw. Auseinandersetzung mit sich selbst?

Die Antwort ist im Grunde ganz einfach. Wenn wir Gedanken und das, was in uns vorgeht, aufschreiben, strukturieren wir die Dinge und setzen uns aktiv damit auseinander. Oft sind unsere Ideen und Gefühle nämlich alles andere als klar und zum Teil sogar sehr widersprüchlich. Ordnung in sie zu bringen hilft uns, sie zu verarbeiten.

Überhaupt hilft der Prozess des Schreibens, uns erst einmal bewusst zu machen, was in uns vorgeht. Dadurch schaffen wir eine Nähe mit uns selbst – und im gleichen Moment auch eine Distanz zu dem, was uns bewegt. Schreiben hilft nämlich ebenfalls dabei, mit bestimmten Themen abzuschließen.

Hörner Terra Füllfederhalter I Schönes Design I Weiches Schreiben I Konverter Geeignet I Personalisierbar

Fazit

Therapeutisches Schreiben hilft dabei, mit uns selbst ins Reine zu kommen, Erlebtes zu verarbeiten, Gedanken zu ordnen und uns unserer Gefühle, Wünsche und Ängste bewusst zu machen. Das Wort „Therapie“ sollte dabei nicht zu wörtlich genommen werden, denn eine Schreibtherapie setzt keine Krankheit oder Probleme voraus. Stattdessen eignet sie sich für uns alle, um besser in unserem Alltag klarzukommen und uns über das bewusst zu werden, was uns wirklich antreibt und interessiert.

Ob Tagebuch, Poesietherapie oder eine morgendliche Reflexion über unsere Erwartungen an den neuen Tag: Der Methoden gibt es viele – und jeder findet die passende Lösung, um sich in seinem Leben besser zu fühlen.

Open chat
Haben Sie eine Frage? Dann schreiben Sie uns einfach über Whatsapp