Journal · Schreibgeräte & Kaufberatung

Den richtigen Füllfederhalter finden: worauf es beim Kauf ankommt.

Feder, Füllsystem, Material, Tinte und Papier: Diese Kaufberatung richtet die Wahl an nachprüfbaren Fakten aus, nicht an Markennamen. Sie zeigt, was für Anfänger, Linkshänder und Vielschreiber zählt, und räumt mit hartnäckigen Mythen auf, vom Iridium bis zur Goldfeder.

Ein Hörner Legno Füllfederhalter aus dunklem Holz mit sichtbarer Feder, daneben ein geöffnetes Tintenfass und Lederetuis auf dunklem Untergrund
Die richtige Wahl beginnt bei der Feder und dem Füllsystem, nicht beim Markennamen.
Kurz zusammengefasst

Den richtigen Füllfederhalter finden Sie über vier Stellschrauben: die Federstärke (M ist die Allrounder-Wahl), das Füllsystem (Patrone, Konverter oder Kolben, alle schreiben gleich), Material und Gewicht für die Ergonomie sowie die Kombination aus Tinte und Papier. Wichtiger als Marke oder Preis ist, dass der Füller zu Ihrer Hand und Schreibweise passt.

M
Federstärke
die Allrounder-Wahl für die meisten Einsteiger
1,5–3×
Tintenmenge
fasst ein Kolben gegenüber einer Standardpatrone, je nach Modell
~80
g/m² Papier
ab diesem Gewicht schlägt Füllertinte kaum noch durch
Kapitel I · Die Grundlage

Wie ein Füller überhaupt funktioniert.

Ein Füllfederhalter besteht aus wenigen Teilen: dem Korpus (Schaft), dem Griffstück und der Kappe, dazu im Inneren das Tintensystem, der Tintenleiter und die Feder. Die Tinte fließt nicht durch Druck, sondern durch Kapillarwirkung vom Reservoir über den Tintenleiter zur Feder und von dort aufs Papier.

Wer versteht, wie diese Teile zusammenspielen, trifft beim Kauf bessere Entscheidungen. Der Tintenleiter (der gerillte Kunststoff- oder Ebonitteil unter der Feder) transportiert die Tinte per Kapillarwirkung, während feine Belüftungskanäle Luft nachströmen lassen und den Fluss stabil halten. Die Feder teilt sich in zwei Zinken, zwischen denen ein schmaler Schlitz die Tinte führt. An der Spitze sitzt ein hartes Schreibkorn, das den eigentlichen Kontakt zum Papier hat.

Die wichtigste Konsequenz für den Alltag: Sie müssen nicht drücken. Schwerkraft und Kapillarwirkung erledigen den Transport von allein. Zu viel Druck spreizt die Federzinken und ist die häufigste Ursache für dauerhaft beschädigte Federn. Warum sich das Schreiben mit der Hand überhaupt lohnt, lesen Sie in unseren 6 Gründen für einen Füllfederhalter.

  • Korpus und Kappe: tragen das Design, schützen die Feder und bestimmen Gewicht und Balance.
  • Griffstück: die Zone, in der Sie den Stift halten. Form und Durchmesser entscheiden über die Ermüdung bei langem Schreiben.
  • Tintensystem, Tintenleiter und Feder: die inneren Werte. Sie machen den eigentlichen Unterschied zwischen Füller A und Füller B.
Kapitel II · Die Feder, Teil 1

Federstärken verstehen: EF, F, M, B.

Die Federstärke bestimmt die Strichbreite. M (mittel, rund 0,5 bis 0,7 mm) ist für die meisten die richtige Wahl, F und EF schreiben feiner, B und BB breiter. Wichtig: Die Bezeichnungen sind nicht herstellerübergreifend genormt. Japanische Federn laufen bei gleicher Angabe spürbar feiner als europäische.

Für den Kauf heißt das: Verlassen Sie sich nicht blind auf den Buchstaben. Wer schon eine westliche M gewohnt ist und eine japanische Marke kauft, greift oft besser eine Größe breiter. Zur Orientierung die gängigen Stärken:

Federstärken im Überblick
StärkeKürzelStrichbreite (ca.)Empfohlen für
ExtrafeinEF / XFca. 0,3 mmkleine Schrift, präzise Notizen
FeinFca. 0,5 mmalltägliches Schreiben, enge Handschrift
MittelMca. 0,7 mmuniversell, für die meisten die beste Wahl
BreitBca. 1,0 mmUnterschriften, ausdrucksstarke Schrift
AnfängerAca. 0,9 mmSchreibanfänger, bewusst robust
LinkshänderLHca. 0,7 mmangeschrägte Feder für die linke Hand

Welche Stärke am Ende zu Ihrer Schrift passt, hängt von Druck, Schriftgröße und Papier ab. Die feineren Federn EF und F trocknen übrigens schneller, weil sie weniger Tinte auftragen, nicht wegen ihrer Form. Die ganze Bandbreite von A bis XF und die feinen Unterschiede erklärt der ausführliche Ratgeber zur Federkunde.

Kapitel III · Die Feder, Teil 2

Stahl, Gold und die „Iridium“-Spitze.

Ob Stahl oder Gold: Über die Haltbarkeit entscheidet nicht das Basismaterial, sondern die harte Schreibspitze, und die ist bei beiden ähnlich. Moderne Stahlfedern schreiben praktisch gleichwertig. Gold ist weicher und flexibler, war historisch aber nur gegen aggressive Eisengallustinte wirklich im Vorteil.

Damit fällt schon der erste Kaufmythos: Eine Goldfeder schreibt nicht automatisch besser. Sie schreibt anders, nämlich etwas nachgiebiger. Für viele Schreiber rechtfertigt der deutliche Aufpreis diesen feinen Unterschied nicht. Robust und wartungsarm sind beide, denn beansprucht wird ohnehin die Spitze, nicht der Federkörper.

Und diese Spitze führt zum zweiten Mythos, dem „Iridium“. Der Begriff hält sich hartnäckig, ist aber überholt: Echtes Iridium wird seit den 1920er Jahren kaum noch verwendet. Moderne Schreibkörner bestehen aus harten Legierungen wie Wolfram-Ruthenium oder Osmium. „Iridium“ ist heute nur noch eine überlieferte Branchenbezeichnung, kein Materialnachweis. Wer tiefer einsteigen will, findet den direkten Vergleich im Ratgeber Goldfeder oder Stahlfeder.

Über die Haltbarkeit einer Feder entscheidet die Spitze, nicht der Körper aus Stahl oder Gold.
Aus der Praxis · Andre Hörner

Ein kurzer Hinweis zur Herkunft: Die Federn und Minen unserer Schreibgeräte stammen aus deutscher Fertigung, ebenso der Konverter, der etwa den Holzfüllern beiliegt. Für diese Bauteile gilt „Made in Germany“. Das Komplettprodukt selbst kuratieren und gravieren wir, gefertigt wird es nicht bei uns.

Kapitel IV · Die Tinte hinein

Tintensysteme: Patrone, Konverter, Kolben.

Drei Systeme bringen die Tinte in den Füller: die Wechselpatrone (am einfachsten), der Konverter (ein wechselbarer Kolben für Fasstinte) und der fest verbaute Kolben (größte Kapazität). Das Schriftbild ist bei allen identisch. Das System entscheidet nur über Komfort, Kapazität und Kosten, nicht über die Schreibqualität.

Das nimmt der Entscheidung viel Gewicht: Ein Kolbenfüller schreibt nicht besser als ein Patronenfüller. Die Wahl ist eine Frage der Nutzung, nicht der Qualität.

Tintensysteme im Vergleich
SystemTintenzufuhrKapazität (ca.)TintenwahlPasst für
Patronenfülleraustauschbare Patrone (Einweg)rund 0,7 ml (Kurzpatrone)je nach Format begrenztEinsteiger, Schule, unterwegs
Konverterwechselbarer Kolben im Patronenschachtrund 0,7 bis 0,9 mlfreie Wahl aller Fasstintenflexible Nutzer, Farbwechsler
Kolbenfüllerfest verbauter Kolbenrund 1,2 bis 2,5 mlfreie Wahl aller FasstintenVielschreiber, Tinten-Fans

Die Werte sind Richtwerte und schwanken je nach Modell. Grob fasst ein Kolben das Anderthalb- bis Dreifache einer Standardpatrone. Ein Detail, das oft übersehen wird: Standard-International-Patronen passen in viele, aber nicht in alle Füller. Marken wie Lamy, Parker, Pilot, Sailor, Platinum und Cross nutzen eigene Formate. Prüfen Sie das System vor dem Kauf.

Unsere Holzfüller der Legno-Reihe werden als Patronenfüller mit beiliegendem Konverter geliefert. Sie haben also beide Optionen von Anfang an. Welches System für Sie das richtige ist, vergleicht der Ratgeber Kolbenfüller oder Konverter im Detail.

Kapitel V · Passung

Welcher Füller für welchen Schreiber.

Der wichtigste Faktor ist die Passung zur eigenen Hand, nicht Marke oder Preis. Erwachsene Einsteiger sind mit einer M-Stahlfeder gut beraten, Schulkinder mit robuster A-Feder und Dreikantgriff, Vielschreiber mit breiterem Korpus und Kolben. Was zu wem passt, zeigt die folgende Übersicht.

Empfehlung nach Schreibertyp
SchreibertypEmpfehlungWorauf besonders achten
Erwachsener EinsteigerFeder M, Stahl genügt, Patrone oder Konverter, robuster Korpus mit neutraler Balancebei Markenwechsel: japanische M läuft feiner, eher eine Größe breiter
Schulkind (ab Klasse 3-4)Schreiblernfüller mit Dreikant-Griff, robuste A-Feder, Patronedie A-Feder ist bewusst steif, das ist pädagogisch, kein Mangel
Vielschreiberbreiterer Korpus, Kolbenfüller oder großer Konverter, Feder M oder Bneutraler Balancepunkt schont die Hand auf langen Strecken
Kleine, präzise SchriftFeder EF oder F, glattes Papierfeine Federn trocknen schneller, weil sie weniger Tinte auftragen
Geschenk, Optik und HaptikHolz oder platinierte Beschläge, die nicht anlaufender Aufpreis zahlt Material und Design, nicht die Schreibleistung

Für erwachsene Einsteiger deckt ein ausbalancierter Metallfüller mit Stahlfeder genau das ab, was diese Beratung empfiehlt. Im Sortiment ist das etwa der Terra: Metallkorpus, Stahlfeder in Größe 5, wählbar in F oder M, Konverter oder Patrone. Ein solider Start, ohne sich gleich festzulegen.

Linkshänder haben eigene Anforderungen. Deshalb folgt ihnen ein eigenes Kapitel.

Kapitel VI · Linke Hand

Füller für Linkshänder richtig wählen.

Linkshänder schieben den Stift, statt ihn zu ziehen. Deshalb helfen eine leicht abgeschrägte LH- oder Oblique-Feder, eine schnelltrocknende Tinte gegen Verschmieren und eine feinere Feder mit weniger Tintenauftrag. Ebenso wichtig sind die Papierlage nach rechts und ein Schreibwinkel um 40 bis 55 Grad.

Der Kern des Problems ist die Bewegungsrichtung, nicht die Federbreite. Wer schiebt, drückt die Feder anders aufs Papier und wischt mit der Handkante leicht über die noch feuchte Tinte. Eine LH-Feder ist dafür leicht angeschrägt. Der Unterschied ist in der Praxis spürbar, mit bloßem Auge aber kaum zu sehen; viele Linkshänder kommen mit angepasster Technik auch mit einer Standardfeder gut zurecht.

Die drei wirksamsten Hebel

Erstens: eine schnelltrocknende Tinte. Sie reduziert das Verschmieren am stärksten. Zweitens: eine feine Feder (F), die weniger Tinte aufträgt. Drittens: das Papier leicht nach rechts drehen, damit die Hand unter der Schreibzeile bleibt. Eine spezielle LH-Feder hilft, ist aber nicht der einzige Hebel.

Welche Anpassungen im Alltag wirklich etwas bringen, führt der Ratgeber Tipps für Linkshänder konkret aus.

Kapitel VII · Das Äußere

Material und Design: Metall, Holz, Edelharz.

Metall, Holz und Edelharz unterscheiden sich vor allem in Haptik, Gewicht und Balance, nicht in der Schreibleistung. Metall ist robust und schwerer, was ruhiger in der Hand liegt. Holz ist wärmer und leichter, aber kratzempfindlicher. Der Aufpreis zahlt Material und Verarbeitung, nicht eine bessere Feder.

Beim Gewicht scheiden sich die Geister, und das ist kein Widerspruch, sondern Geschmack. Ein schwerer Metallfüller liegt für viele ruhiger und ausbalancierter in der Hand, sodass man weniger drückt. Andere ermüden dadurch schneller und greifen für lange Texte lieber zu einem leichteren Stück. Holz liegt vom Gewicht her dazwischen und bringt eine warme, lebendige Oberfläche mit, die mit den Jahren Charakter bekommt.

Ein Hörner Legno Holzfüller mit sichtbarer Feder liegt aufgeschraubt auf einer braunen Leder-Konferenzmappe
Ein Legno Holzfüller auf einer Leder-Konferenzmappe. Holz ist bei jedem Stück anders gemasert und liegt vom Gewicht zwischen Edelharz und Metall, wärmer in der Hand als Metall, aber kratzempfindlicher.

Ebenholz ist besonders dicht und hart und nutzt sich entsprechend langsam ab, was es zu einem dankbaren Material für Schreibgeräte macht, die lange begleiten sollen. Edelharz ordnet sich zwischen Kunststoff und Metall ein: robuster und langlebiger als einfacher Kunststoff, dabei leicht, was Vielschreibern entgegenkommt, die ein leichteres Gerät bevorzugen.

Kapitel VIII · Qualität erkennen

Woran man einen guten Füller erkennt.

Einen gut gemachten Füller erkennen Sie weniger am Preis als an Details: Metall an den Gewinden statt bruchanfälligem Kunststoff, eine sauber sitzende Kappe, ein gleichmäßig laufender Clip und eine Feder ohne Kratzen. Ab rund 15 Euro gibt es zuverlässige Füller. Teurer bedeutet nicht automatisch besser.

Der wichtigste Prüfpunkt sind die Gewinde, also die belasteten Stellen, an denen Kappe und Korpus zusammengeschraubt werden. Kunststoffgewinde brechen dort gern, Metall an dieser Stelle ist ein starkes Zeichen für Langlebigkeit. Achten Sie außerdem auf eine Kappe, die satt und ohne Spiel schließt, und einen Clip, der federt, statt starr abzustehen.

Und die Schreibqualität selbst? Sie entsteht aus Feder, Tinte und Papier, nicht aus dem Preisschild. Ein teurer Füller mit falscher Feder für Ihre Hand schreibt schlechter als ein günstiger, der passt. Genau deshalb ist Ausprobieren wichtiger als das Budget, ein Punkt, auf den das letzte Kapitel zurückkommt.

Kapitel IX · Der unterschätzte Faktor

Tinte und Papier: oft wichtiger als der Stift.

Tinte und Papier entscheiden über das Ergebnis oft mehr als der Stiftpreis. Farbstofftinten sind farbintensiv und anfängerfreundlich, Pigmenttinten wasserfest, aber pflegeintensiver. Zu saugfähiges Papier lässt die Tinte zerlaufen, zu dünnes schlägt durch. Ideal ist glattes, geleimtes Papier ab etwa 80 g/m².

Zwei Papierprobleme werden oft verwechselt. Das Zerlaufen (Feathering) ist ein seitliches Ausfransen der Linie entlang der Papierfasern, typisch für ungeleimtes, saugfähiges Papier. Der Durchschlag ist ein senkrechtes Durchdringen bis auf die Rückseite, typisch für zu dünnes Papier. Gegen beides hilft geleimtes Papier ab rund 80 g/m² und eine etwas feinere Feder.

Bei der Tinte gilt: Für den Alltag sind Farbstofftinten die unkomplizierte Wahl. Wer dokumentenechte, wasserfeste Schrift braucht, greift zu Pigmenttinte oder einer modernen, ausdrücklich füllertauglichen Eisengallustinte, nicht zur klassischen Rezeptur, die einen modernen Füller verstopfen kann. Welche Tinte wann passt, vertieft unser Ratgeber zur Tinte.

Kapitel X · Fehler vermeiden

Häufige Fehler und ihre Lösung.

Die meisten Probleme kommen nicht von der Feder. Kratzt der Füller oder schreibt nicht, liegt es fast immer an Winkel, Druck oder Papier. Zu viel Druck spreizt die Federzinken dauerhaft. Und ein eingetrockneter Füller ist meist die Folge von zu langem Nichtgebrauch, nicht von schlechter Qualität.

Typische Probleme und was dahintersteckt
ProblemHäufige UrsacheLösung
Feder kratztzu steiler Winkel, zu viel Druck, raues PapierWinkel 40 bis 55 Grad, locker halten, glatteres Papier
Schreibt nicht an / setzt ausFüller eingetrocknet, Luft im Leiterkurz spülen, Patrone prüfen, regelmäßiger nutzen
Tinte schmiertzu nasse Feder, saugfähiges Papier, Linkshandfeinere Feder, schnelltrocknende Tinte, besseres Papier
Feder „springt“ / steht offendauerhaft zu viel DruckDruck reduzieren, im Zweifel Feder justieren lassen

Ein Füller braucht etwas Zuwendung, aber keine aufwendige Pflege. Wichtig ist vor allem, ihn nicht monatelang ungenutzt liegen zu lassen. Wie Sie ihn richtig spülen und pflegen, zeigt der Ratgeber Füller reinigen Schritt für Schritt.

Kapitel XI · Die Entscheidung

Füller kaufen: worauf es am Ende ankommt.

Am Ende zählt das Ausprobieren. Es gibt keine Norm für Schreibqualität, also entscheidet die eigene Hand. Klären Sie zuerst Federstärke und Füllsystem, prüfen Sie Gewicht und Balance, und wählen Sie das Material nach Haptik. Der Preis ist der letzte Faktor, nicht der erste.

Als kurze Checkliste vor dem Kauf:

  • Federstärke: M als Standard, F für kleine Schrift, A für Kinder. Bei Markenwechsel die japanisch-westliche Differenz bedenken.
  • Füllsystem: Patrone für Einfachheit, Konverter für freie Tintenwahl, Kolben für Kapazität. Alle schreiben gleich.
  • Ergonomie: Gewicht und Griffdurchmesser zur Hand und zur Schreibdauer passend wählen.
  • Material: Metall robust, Holz warm, Edelharz leicht. Eine Frage der Haptik, nicht der Schreibleistung.
  • Tinte und Papier: mitdenken, sie beeinflussen das Ergebnis oft mehr als der Stift.

Wer diese fünf Punkte für sich beantwortet, findet zuverlässig den passenden Füller, unabhängig von der Marke. Eine kuratierte Auswahl vom Einstieg bis zum Holzmodell finden Sie in der Füllfederhalter-Übersicht bei Hörner.

Klären Sie zuerst Feder und Füllsystem, dann Ergonomie und Material. Der Preis ist der letzte Faktor, nicht der erste.
Aus der Praxis · Andre Hörner
Häufige Fragen

Füller kaufen, kompakt beantwortet.

Welche Federstärke ist für Anfänger die richtige?+
Für die meisten ist M (Medium, etwa 0,5 bis 0,7 mm) ideal: gleichmäßiger Fluss, gute Farbsichtbarkeit, verzeihend. Für kleine oder enge Schrift eignet sich F. Kinder starten oft mit einer robusten A-Feder. Wichtig: Gleiche Bezeichnung schreibt nicht bei jeder Marke gleich breit, japanische Federn laufen feiner.
Schreibt eine Goldfeder wirklich besser als eine Stahlfeder?+
Nicht grundsätzlich. Die Haltbarkeit bestimmt die harte Federspitze, nicht das Basismaterial, und die ist bei beiden ähnlich. Gold ist flexibler und weicher im Schreibgefühl, moderne Stahlfedern sind praktisch gleichwertig, robuster und günstiger. Gold war historisch nur gegen aggressive Eisengallustinte überlegen.
Kolbenfüller oder Patronenfüller: was ist besser?+
Beides schreibt identisch, das Füllsystem beeinflusst das Schriftbild nicht. Patronen sind am einfachsten, ein Konverter erlaubt Fasstinte und viele Farben, ein Kolbenfüller fasst je nach Modell grob das Anderthalb- bis Dreifache einer Standardpatrone. Die Wahl richtet sich nach Komfort und Kapazität, nicht nach Qualität.
Brauchen Linkshänder einen speziellen Füller?+
Hilfreich sind eine leicht abgeschrägte LH- oder Oblique-Feder und vor allem schnelltrocknende Tinte, weil Linkshänder den Stift schieben statt ziehen. Ebenso wichtig sind Papierlage (nach rechts gedreht) und ein Schreibwinkel um 40 bis 55 Grad. Mit angepasster Technik funktionieren oft auch Standardfedern.
Warum kratzt mein Füller oder schreibt nicht?+
Meist liegt es nicht an der Feder, sondern an Winkel, Druck oder Papier. Halten Sie den Stift bei rund 40 bis 55 Grad, drücken Sie kaum und testen Sie glatteres, geleimtes Papier ab etwa 80 g/m². Zu viel Druck kann die Federzinken dauerhaft spreizen.
Enthalten Füllerspitzen echtes Iridium?+
In der Regel nicht. Echtes Iridium wird seit Jahrzehnten kaum noch verwendet. Moderne Schreibkörner bestehen aus harten Legierungen wie Wolfram-Ruthenium oder Osmium. Der Begriff Iridium ist heute vor allem eine überlieferte Marketingbezeichnung, kein Nachweis für tatsächliches Iridium in der Spitze.
Ab welchem Alter sollten Kinder mit dem Füller schreiben?+
Üblich ist der Start ab der dritten bis vierten Klasse, wenn die Grundschrift sitzt. Empfehlenswert sind Schreiblernfüller mit Dreikant-Griff für den korrekten Dreifinger-Griff und eine robuste A-Feder, die höheren Schreibdruck verzeiht, den Kinder anfangs schwer dosieren. Entscheidend ist weniger das genaue Alter als eine bereits gefestigte Grundschrift.
Passt jede Patrone in jeden Füller?+
Nein. Standard-International-Patronen passen in einen Großteil der Füller, aber Marken wie Lamy, Parker, Pilot, Sailor, Platinum und Cross nutzen eigene Formate. Prüfen Sie vor dem Kauf das System, sonst passt die Patrone nicht. Die oft genannte 90-Prozent-Zahl ist nur eine Faustregel.
Welche Tinte sollte ich verwenden?+
Für den Alltag sind farbstoffbasierte Tinten ideal: farbintensiv, leicht zu reinigen, anfängerfreundlich. Wasserfeste Schrift liefern Pigmenttinten, die aber häufiger gespült werden müssen. Klassische Eisengallustinte gehört nicht in moderne Füller, nur speziell füllertaugliche Varianten sind unproblematisch. Im Zweifel passt die Herstellertinte des Füllers, dann stimmen Fließverhalten und Reinigung sicher zusammen.
Wie viel muss ein guter Füller kosten?+
Ein zuverlässiger Füller ist bereits ab etwa 15 Euro zu haben. Ein höherer Preis zahlt meist Material, Design und Schreibkomfort auf langen Strecken, nicht zwingend eine bessere Grundschreibleistung. Wichtiger als der Preis sind die Passung zur Hand und das Ausprobieren, denn es gibt keine Norm für Schreibqualität.
Warum ist die Papierwahl so wichtig?+
Weil das Papier über Verschmieren, Durchschlag und Trocknung entscheidet. Zu saugfähiges Papier lässt Tinte zerlaufen, zu dünnes schlägt durch, zu raues schadet der Feder. Ideal ist glattes, geleimtes Papier ab etwa 80 g/m². Das beeinflusst das Ergebnis oft mehr als der Stiftpreis.
Welcher Füller passt für Vielschreiber?+
Für langes Schreiben ist ein etwas breiterer Korpus mit neutralem Balancepunkt ergonomischer, weil sehr schlanke Stifte die Handmuskulatur stärker fordern. Ein Kolbenfüller oder großer Konverter reduziert das Nachfüllen, eine etwas breitere Feder verteilt den Druck und nutzt sich langsamer ab.
Muss man beim Schreiben aufdrücken?+
Nein, im Gegenteil. Tinte fließt durch Schwerkraft und Kapillarwirkung von selbst. Zu viel Druck spreizt die Federzinken dauerhaft und ist die häufigste Ursache für beschädigte Federn. Locker halten und den Stift die Arbeit machen lassen, das schont Feder und Hand.
Wie oft muss ich meinen Füller reinigen?+
Bei regelmäßiger Nutzung genügt eine Spülung etwa alle zwei bis vier Wochen, bei Farbwechsel oder Pigmenttinten häufiger. Wichtig ist, längeres Nichtbenutzen zu vermeiden, da Tinte sonst eintrocknet. Ein täglich genutzter Füller kommt dabei mit selteneren Spülungen aus als einer, der oft wochenlang ruht. Details zur richtigen Reinigung finden Sie im verlinkten Pflege-Ratgeber.
Was ist ein Konverter und brauche ich einen?+
Ein Konverter ist ein wechselbarer Kolben, den Sie statt einer Patrone einsetzen. Er erlaubt jede Fasstinte und spart Einwegpatronen. Viele Füller werden mit Konverter geliefert oder lassen sich damit nachrüsten. Wer nur Standardfarben schreibt, kommt auch mit Patronen gut aus.
Andre Hörner, Geschäftsführer Hörner GmbH
Über den Autor
Andre Hörner
Geschäftsführer Hörner GmbH

Andre Hörner führt die Hörner GmbH seit 2016 und kennt das Sortiment aus tausenden Geschenk-Bestellungen, Gravur-Aufträgen und E-Mail-Anfragen. Seine Blog-Beiträge basieren auf realen Bestelldaten und der Erfahrung aus dem täglichen Kundenkontakt im Hörner-Online-Shop.

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