Was ist der Unterschied zwischen Füllerfeder A und M?
A-Federn sind Anfängerfedern aus Edelstahl mit besonders robuster Spitze, gedacht für Schreibanfänger und Grundschüler. M-Federn sind die Standard-Allrounder mit mittlerer Strichbreite (0,5–0,7 mm) für den täglichen Gebrauch geübter Schreiber. Wer mit Füller schon umgehen kann, wählt M.
Welche Federstärke ist Standard?
M (Mittel) ist die Standard-Federstärke und das, was die meisten Füllerhersteller ohne Sonderwunsch ausliefern. Strichbreite ca. 0,5 bis 0,7 Millimeter, geeignet für jede Hand und jeden Anlass, vom Notizblock bis zur Unterschrift.
Was bedeuten die Federstärken EF, F, M, B und BB?
EF (Extra Fein) liegt bei 0,3–0,4 mm Strichbreite, F (Fein) bei 0,4–0,5 mm, M (Mittel) bei 0,5–0,7 mm, B (Breit) bei 0,7–0,9 mm und BB (Extrabreit) bei 0,9–1,2 mm. Je dünner die Feder, desto geübter sollte die Hand sein. EF und XF werden vor allem für filigrane Verzierungen und Asien-Schrift verwendet.
Sind die Federstärken bei allen Herstellern gleich?
Nein. Die Bezeichnungen sind nicht genormt, eine F-Feder eines Herstellers kann der M-Feder eines anderen entsprechen. Japanische Hersteller (Pilot, Sailor) schreiben in der Regel feiner als deutsche oder italienische Hersteller bei gleicher Bezeichnung. Vor dem Kauf empfehlen wir, die exakte Strichbreite in Millimeter im Datenblatt zu prüfen.
Was bedeutet die A-Feder bei Lamy?
Lamy nutzt das deutsche A/M/B/F-System: A steht für die Anfänger-Edelstahlfeder mit verstärkter Spitze, M für die Standard-Mittlere, B für Breit, F für Fein. Die A-Feder bei Lamy entspricht der A-Feder bei deutschen Mitbewerbern und ist für Grundschüler und Schreibanfänger konzipiert.
Was ist der Unterschied zwischen Edelstahl- und Goldfeder?
Goldfedern schreiben deutlich weicher und federnder als Edelstahlfedern, sie geben unter dem Schreibdruck nach und passen sich der individuellen Hand an. Die Lebensdauer ist bei beiden vergleichbar, weil die Spitze in beiden Fällen aus einer Iridium-Legierung besteht. 14 Karat (58,5 % Gold) gilt als gehoben, 18 Karat (75 %) als Premium-Schreibgefühl. Wichtig zu unterscheiden: Vergoldete Stahlfedern sehen aus wie Goldfedern, schreiben aber wie Edelstahlfedern, das Gold ist nur eine Beschichtung.
Welche Tinte passt zu welcher Federstärke?
Feine Federn (EF, F) profitieren von dünnflüssiger, gut fließender Tinte (z. B. Pelikan 4001, Diamine Standard), sonst kratzt die Feder. Mittlere und breite Federn (M, B, BB) vertragen auch sättigungsstarke und Shading-Tinten gut. Extrabreite Federn brauchen Tinten mit hoher Saugfähigkeit, sonst läuft das Papier durch.
Brauchen Linkshänder eine spezielle Füllerfeder?
Nicht zwingend. Viele Linkshänder kommen mit einer Standard-A- oder M-Feder gut zurecht, weil moderne Iridium-Spitzen toleranter sind als ältere Vintage-Federn. Lamy und Pilot bieten weiterhin spezialisierte LH-Federn an, die einen steileren Schliffwinkel für die Schiebebewegung haben, sinnvoll für Linkshänder mit ausgeprägter Hakenhaltung. Wer eine Standard-Feder probiert und damit zufrieden ist, braucht keine LH-Variante.
Was sind OB-, OM- und Stub-Federn?
OB-, OM- und OBB-Federn sind oblique Federn, also schräg geschliffen für Schreiber mit geneigter Handhaltung. Stub-Federn haben eine flache, breite Spitze für kalligraphische Strichführung mit Linienkontrast. Italic- und Music-Federn sind weitere Spezialschliffe für Kalligraphie und Notenschrift.
Wie reinige ich eine eingetrocknete Füllerfeder?
Federspitze und Tintenleiter unter handwarmem Wasser ausspülen, bis das Wasser klar abläuft. Bei hartnäckigen Tintenresten 12 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen, dann mehrfach mit klarem Wasser durchspülen. Nie heißes Wasser oder Spülmittel verwenden, beides greift Tintenleiter und Federmaterial an.
Wer fertigt die besten Füllerfedern?
Die weltweit führenden Federhersteller sitzen in Deutschland: Bock (Heidelberg), JoWo (Berlin) und Schmidt Technology (St. Georgen). Sie fertigen Federn für zahlreiche internationale Schreibgeräte-Marken. Auch Hörner verwendet ausschließlich Federn Made in Germany.
Welche Federstärke für die Schule oder den ersten Füller?
Für Schreibanfänger, Grundschüler und geübte Schreiber gleichermaßen ist die M-Feder die richtige Wahl. Sie ist der Standard-Allrounder mit moderater Strichbreite (0,5–0,7 mm), und ihre moderne Iridium-Spitze ist tolerant genug, auch ungeübtem Schreibdruck standzuhalten. Auch Linkshänder kommen mit einer Standard-M-Feder gut zurecht. Bei ausgeprägter Hakenhaltung kann eine spezialisierte LH-Variante einzelner Hersteller (z. B. Lamy) sinnvoll sein. Aus der Hörner-Werkstatt: M ist die beständig richtige Antwort, sowohl für erste Schreibversuche als auch für geübte Hände.
Was ist eine Iridium-Spitze wirklich, und ist da überhaupt noch Iridium drin?
„Iridium-Spitze" ist heute ein Branchen-Begriff, kein technisches Versprechen. Echtes Iridium wird seit den 1950er Jahren kaum noch auf Federspitzen verwendet, es ist zu selten und zu schwer zu verarbeiten. Moderne Federspitzen bestehen meist aus Ruthenium-Wolfram-Osmium-Legierungen, gelegentlich aus Rhenium oder Wolfram-Carbid (Pelikan nennt seine Spitze daher „Wolfram-Iridium"). Die Eigenschaften sind identisch zur historischen Iridium-Spitze: sehr hart, abriebfest und über Jahrzehnte stabil. Der Begriff hat sich aus Tradition und Marketing-Gründen gehalten, mangels eines griffigeren Sammelbegriffs für „harte Spitzen-Legierung".