Journal · Firmengeschenke

Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter, die nicht nach Pflicht aussehen.

Zwischen Sortimentslisten und Steuerartikeln fehlt die eigentliche Frage: Was erlebt ein Team als Wertschätzung und was als abgehakten Posten. Die Forschung dazu ist eindeutiger, als man erwartet.

Zwei Hörner Schreibgeräte mit Holzschaft liegen in einer geöffneten schwarzen Geschenkbox auf einem hellen Holztisch
Zu sehen sind zwei gravierbare Hörner Schreibgeräte mit Holzschaft in der Geschenkbox.
Kurz zusammengefasst

Ein Sachgeschenk wirkt messbar stärker als der gleich teure Geldbetrag: Im Feldexperiment von Kube, Maréchal und Puppe steigerte eine Thermoskanne für sieben Euro die Arbeitsleistung um 24,8 Prozent, sieben Euro in bar dagegen nur um 5,2 Prozent, statistisch nicht belastbar. Für den Rahmen gilt: 50 Euro brutto pro Kopf und Monat, Gravur und Versand eingerechnet.

24,8
Prozent
mehr Leistung durch ein Sachgeschenk, gleich teures Bargeld brachte 5,2
50
Euro
Freigrenze pro Kopf und Monat, nicht ansparbar und nicht teilbar
2026
neue Regel
die Weihnachtsfeier muss allen offenstehen, sonst entfällt die Pauschalierung
Kapitel I · Der Befund

Was ankommt, wenn niemand hinsieht.

Die belastbarste Antwort auf die Frage, was ein Geschenk im Arbeitsverhältnis auslöst, stammt nicht aus einer Umfrage, sondern aus einem Feldexperiment. Sebastian Kube, Michel André Maréchal und Clemens Puppe beschäftigten 139 kurzfristig angeworbene Aushilfskräfte damit, drei Stunden lang Bibliotheksbestände zu katalogisieren, bei einem vorher angekündigten Stundenlohn von zwölf Euro. Danach variierten sie, was die Gruppen zusätzlich bekamen, und maßen nicht Zufriedenheit, sondern die tatsächlich erfasste Datenmenge.

Ein überraschender Bargeldbonus von sieben Euro, immerhin rund zwanzig Prozent mehr Lohn, steigerte die Leistung um 5,2 Prozent. Dieser Wert war statistisch nicht belastbar, er lag im Rauschen. Eine Thermoskanne im Wert derselben sieben Euro steigerte sie um 24,8 Prozent. Und dieselben sieben Euro, kunstvoll zu einem Hemd gefaltet und als Origami überreicht, um 29,3 Prozent. Beide Effekte waren hoch signifikant. Veröffentlicht wurde die Studie 2012 in der American Economic Review.

Nicht der Betrag entscheidet, sondern der erkennbare Aufwand dahinter.
Aus der Praxis · Andre Hörner

Der letzte Fall ist der aufschlussreichste. Es waren dieselben sieben Euro wie im Bargeldfall, in derselben Kaufkraft. Verändert hat sich allein, wie viel Mühe sichtbar wurde. Wer daraus die Regel ableitet, ein Geschenk müsse teuer sein, hat das Ergebnis genau falsch herum gelesen. Es geht um erkennbaren Aufwand, nicht um Volumen.

Dazu passt ein zweiter Befund aus der Schenkforschung. Jeff Galak, Julian Givi und Elanor Williams beschrieben 2016 eine systematische Verschiebung: Wer schenkt, optimiert unbewusst den Moment des Auspackens. Wer beschenkt wird, bewertet über Wochen und Monate, wie oft die Sache tatsächlich zum Einsatz kommt. Beide Maßstäbe fallen auseinander, und im Betrieb fallen sie besonders weit auseinander, weil der Übergabemoment dort ohnehin kurz ist.

Für die Auswahl heißt das: Die entscheidende Frage ist nicht, ob es beim Auspacken beeindruckt. Sie lautet, wie oft das Stück im März noch benutzt wird.

Kapitel II · Die Vorfragen

Vier Fragen vor der Auswahl.

Bevor ein Katalog geöffnet wird, entscheiden vier Fragen mehr über das Ergebnis als jede Produktliste.

Wie gut kennen Sie die Beschenkten? Bei acht Personen im Büro kennen Sie Vorlieben, Allergien und den Kollegen, der keinen Alkohol trinkt. Bei achtzig kennen Sie das nicht mehr. Je größer die Distanz, desto stärker tragen Material und Verarbeitung, und desto riskanter wird die persönliche Pointe. Ein Geschenk, das eine Vorliebe unterstellt, die es nicht gibt, wirkt schlechter als eines, das keine unterstellt.

Wer gehört alles dazu? Diese Frage wird regelmäßig zu spät gestellt. Teilzeitkräfte, Auszubildende, Menschen in Elternzeit, Langzeiterkrankte, die Aushilfe im Lager, das Team im Homeoffice, die Kollegin, die im Dezember gekündigt hat und noch bis Januar da ist. Wer hier eine Gruppe vergisst, beschädigt mit dem Geschenk mehr, als wenn es gar keines gegeben hätte. Die Liste steht vor der Auswahl, nicht danach.

Wann und wie wird übergeben? Auf der Feier, am Schreibtisch, per Post nach Hause? Diese Entscheidung beeinflusst Wirkung, Logistik und steuerlichen Rahmen zugleich, denn ein Geschenk im Rahmen der Weihnachtsfeier wird anders behandelt als eines außerhalb.

Soll es jedes Jahr wiederholt werden? Wer dieselbe Zuwendung dreimal vorbehaltlos gewährt, kann eine betriebliche Übung begründen, aus der ein Anspruch für die Zukunft erwächst. Wer sich das offenhalten möchte, formuliert einen Freiwilligkeitsvorbehalt, und zwar bevor die dritte Runde läuft. Das ist kein Grund, nichts zu schenken, aber ein Grund, es bewusst zu tun.

Kapitel III · Die Kategorien

Die Kategorien im Vergleich.

Die folgenden Gruppen decken den größten Teil dessen ab, was Betriebe tatsächlich verschenken. Keine ist grundsätzlich besser, sie unterscheiden sich darin, wo sie stark und wo sie anfällig sind.

Kategorie Stärke Schwäche Passt, wenn
Personalisiertes Gebrauchsstück bleibt sichtbar, oft über Jahre braucht Vorlauf und eine korrekte Namensliste Sie die Namen sauber vorliegen haben
Genuss und Feinkost fast immer willkommen, schnell beschafft Allergien, Ernährungsweisen, alkoholfreie Haushalte Sie Auswahlmöglichkeiten anbieten können
Erlebnis oder Gutschein für Erlebnisse schafft Erinnerung statt Gegenstand verfällt oft ungenutzt, Terminaufwand beim Beschenkten das Team zeitlich flexibel ist
Warengutschein oder Sachbezugskarte trifft jeden Geschmack, klare Abwicklung wirkt wie ausgezahlte Pflicht, strenge Formkriterien die Belegschaft sehr heterogen ist
Spende im Namen des Teams Haltung, kein Materialaufwand ersetzt für viele kein persönliches Zeichen das Team die Empfänger mitwählen darf
Freier Tag oder Zeitgeschenk der am häufigsten geäußerte Wunsch in Schicht- und Servicebetrieben schwer umsetzbar die Auslastung es zulässt

Ein Detail aus der Forschung räumt dabei mit einer verbreiteten Sorge auf. Francesca Gino und Francis Flynn zeigten 2011 über fünf Studien hinweg, dass Beschenkte Geschenke, um die sie ausdrücklich gebeten hatten, stärker schätzen als unaufgeforderte. Schenkende erwarten dagegen, dass beides gleich gut ankommt, und überschätzen damit die Wirkung der Überraschung. Eine vorab geprüfte Auswahl, aus der jeder selbst wählt, ist deshalb kein Rückzug aus der Verantwortung, sondern in vielen Fällen die bessere Lösung.

Kapitel IV · Bloß nicht

Sechs Geschenke, die als Pflicht ankommen.

Die folgenden Fälle sind keine Geschmacksfrage. Sie senden ein Signal, das dem Anlass zuwiderläuft.

Das Firmenlogo als Hauptmotiv. Ein Gegenstand, der vor allem die Marke des Arbeitgebers trägt, ist Werbematerial. Er wird auch so gelesen. Das Logo darf vorkommen, dezent und an zweiter Stelle, aber es sollte nicht der Grund sein, aus dem das Stück überreicht wird.

Der Umschlag mit Bargeld. Er ist voll steuer- und beitragspflichtig, kommt also gekürzt an, und er wirkt nach dem oben beschriebenen Befund am schwächsten. Beide Nachteile kommen zusammen.

Der Gutschein für den eigenen Shop. Wer den Betrag nur im eigenen Haus einlösen kann, hat kein Geschenk bekommen, sondern einen Rabatt. Das gilt besonders im Handel.

Gestaffelte Wertigkeit nach Hierarchie. Sobald sichtbar wird, dass die Führungsebene das größere Paket bekommt, verliert die gesamte Geste ihren Wert. Und sie wird sichtbar, schneller als man denkt.

Der Präsentkorb ohne Rücksicht. Wein und Wurst für Menschen, die weder das eine noch das andere zu sich nehmen, sind ein vermeidbarer Fehler. Er wird jedes Jahr gemacht.

Alles, was beim Beschenkten Arbeit verursacht. Ein Erlebnisgutschein mit Terminbindung, ein Abo mit Kündigungsfrist, eine Pflanze, die jemand tragen muss. Wenn ein Geschenk eine Aufgabe hinterlässt, kommt es als Aufgabe an.

Kapitel V · Personalisierung

Name oder Logo.

Eine Gravur verändert die Bedeutung eines Gegenstands vollständig, und zwar je nachdem, was darauf steht. Der Name der beschenkten Person macht das Stück zu ihrem Eigentum. Das Firmenlogo macht es zu einem Gegenstand des Unternehmens, den jemand benutzen darf. Dieselbe Technik erzeugt die entgegengesetzte Botschaft.

In der Praxis lohnt die Unterscheidung nach Empfänger. Nach innen, also für die eigene Belegschaft, trägt der Name. Nach außen, bei Kunden und Geschäftspartnern, ist ein dezentes Logo üblich und erwartbar. Die steuerliche Behandlung folgt derselben Trennlinie, was kein Zufall ist: Beim Geschenk an Geschäftsfreunde zählen die Kosten der Kennzeichnung als Werbeträger ausdrücklich zu den Anschaffungskosten.

Was bei Namensgravuren schiefgeht

Wenn Sie Namen gravieren lassen, brauchen Sie die Schreibweisen korrekt und vollständig. Ein falsch geschriebener Name ist schlimmer als gar keine Gravur, und er lässt sich nicht mehr korrigieren. Zwei Wochen Vorlauf für die Liste sind realistisch, nicht großzügig.

Zur Gestaltung selbst, also zu Schriftwahl, Textlänge und dem, was sich auf welcher Fläche gut liest, steht alles Weitere im Ratgeber zu Gravurideen.

Kapitel VI · Der Rahmen

Warum 50 Euro die Leitplanke ist.

Für Weihnachtsgeschenke an die eigene Belegschaft gilt die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro brutto nach Paragraf 8 Absatz 2 Satz 11 EStG. Sie liegt auch 2026 unverändert dort. Drei Eigenschaften dieser Zahl entscheiden in der Praxis über alles Weitere.

Sie ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Ein Cent darüber macht den gesamten Betrag steuer- und beitragspflichtig, nicht nur den Überhang. Das ist der teuerste Unterschied im ganzen Thema.

Sie gilt pro Monat und ist nicht ansparbar. Wer ganzjährig eine Sachbezugskarte oder einen Tankgutschein ausgibt, hat die 50 Euro im Dezember bereits verbraucht. Das Weihnachtsgeschenk trifft dann auf eine Grenze, die schon voll ist. Diese Kollision ist ein häufiger stiller Fehler, und sie steht in kaum einer Geschenkeliste.

Maßgeblich ist der Endpreis, nicht der Katalogpreis. Was dem einzelnen Stück direkt zuzuordnen ist, zählt mit. Eine Gravur gehört dazu. Bei zehn Euro Gravuraufpreis bedeutet das konkret: Der Artikel selbst darf höchstens vierzig Euro kosten, sonst wird die Grenze überschritten. Ein Stück für fünfundvierzig Euro landet mit Gravur bei fünfundfünfzig und damit darüber, mit allen Folgen für den vollen Betrag. Diese Rechnung machen die wenigsten Geschenkelisten auf.

Daneben steht die Weihnachtsfeier auf einer eigenen Grundlage: 110 Euro Freibetrag je Teilnehmer, für bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr, geregelt in Paragraf 19 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a EStG. Wird ein Geschenk auf der Feier überreicht, zählt es in deren Bemessungsgrundlage hinein statt in die Sachbezugsgrenze. Wer beide Wege getrennt nutzen will, übergibt getrennt.

Neu ab 2026: die Feier muss allen offenstehen

Neu seit dem 1. Januar 2026: Der Aufwand oberhalb des 110-Euro-Freibetrags lässt sich nur noch dann mit 25 Prozent pauschal versteuern, wenn die Veranstaltung allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht. Eingefügt wurde die Voraussetzung durch das Steueränderungsgesetz 2025. Damit endet die Möglichkeit, geschlossene Feiern im kleinen Kreis pauschal abzurechnen.

Die Pauschalversteuerung nach Paragraf 37b EStG mit 30 Prozent wird oft als bequemer Ausweg dargestellt. Bei der eigenen Belegschaft ist sie das nicht: Die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung gilt nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung nur für Zuwendungen an Dritte, nicht für eigene Arbeitnehmer. Auf die 30 Prozent kommen dort also noch die Sozialabgaben. Als Rettung für ein zu teuer geratenes Geschenk taugt der Weg deshalb nur bedingt.

Für Kunden und Geschäftspartner gelten eigene Regeln, insbesondere die Grenze von 50 Euro je Empfänger und Wirtschaftsjahr nach Paragraf 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 1 EStG samt Aufzeichnungspflicht. Diese Spur führt der Ratgeber zu Geschenken an Geschäftspartner, die Abwicklung größerer Bestellungen ist unter Premium-Werbegeschenke beschrieben. Geht es um ein Dienstjubiläum statt um Weihnachten, greift die 60-Euro-Aufmerksamkeit für persönliche Anlässe, nachzulesen im Ratgeber zum Firmenjubiläum.

Kapitel VII · Gutscheine

Die bequeme Wahl und ihr Preis.

Der Gutschein gewinnt jede Umfrage, in der Beschäftigte nach ihrem Wunsch gefragt werden. Er trifft jeden Geschmack, er verursacht keine Auswahlarbeit, und er lässt sich in beliebiger Stückzahl beschaffen. Genau darin liegt auch sein Nachteil: Er signalisiert Austauschbarkeit. Was jeder bekommen könnte, sagt über die Beziehung zum Empfänger nichts aus. Das deckt sich mit dem Befund aus Kapitel I, wonach der erkennbare Aufwand die Wirkung trägt.

Dazu kommt die formale Seite, die strenger ist, als viele annehmen. Ein Gutschein bleibt nur dann eine Sachleistung, wenn er die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllt, also ausschließlich zum Bezug von Waren berechtigt und nicht in Bargeld auszahlbar ist. Universell einsetzbare Karten fallen heraus. Für Amazon-Gutscheine hat das Bundesfinanzministerium bereits 2022 klargestellt, dass sie wegen der Fremdanbieter auf dem Marktplatz regelmäßig als Geldleistung zu behandeln sind. Wer sie als steuerfreien Sachbezug ausgibt, riskiert ein Problem in der nächsten Prüfung.

Wenn es ein Gutschein sein soll, dann als bewusste Entscheidung für eine sehr heterogene Belegschaft, mit geprüftem Anbieter und einer persönlichen Zeile dazu. Nicht als Weg des geringsten Widerstands.

Kuration · Innerhalb der Grenze

Gravierbar und unter fünfzig Euro.

Vier Stücke, die auch mit zehn Euro Gravuraufpreis innerhalb der Sachbezugsgrenze bleiben. Die Preise sind Bruttopreise, die Gravur kommt jeweils hinzu.

Alle gravierbaren Linien im Überblick: Schreibgeräte mit Gravur. Für größere Stückzahlen mit Firmenlogo führt der Weg über Premium-Werbegeschenke.

Kapitel VIII · Der Kalender

Vorlauf und Übergabe.

Personalisierte Geschenke brauchen einen Terminplan, der nicht verhandelbar ist. Drei Termine reichen aus, um den Vorgang planbar zu halten.

Ende Oktober steht das Budget, inklusive der Entscheidung, ob innerhalb der Sachbezugsgrenze oder über die Feier abgerechnet wird. Diese Entscheidung prägt die Auswahl, also gehört sie an den Anfang.

Anfang November steht die Empfängerliste, vollständig und mit korrekten Namensschreibweisen. Wer graviert, braucht sie. Wer versendet, braucht zusätzlich die privaten Adressen derer, die im Homeoffice sitzen, und dafür deren Einverständnis.

Mitte November ist bestellt. Danach laufen Gravurkapazitäten und Versanddienstleister gleichzeitig auf Jahreshöchstlast. Jeder Tag Verzug in dieser Phase kostet mehr als eine Woche im Oktober.

Bleibt die Übergabe: Sie ist der Teil, der am wenigsten kostet und am meisten trägt. Amit Kumar und Nicholas Epley zeigten 2018 in drei Experimenten, dass Menschen überschätzen, wie unangenehm ein ausgesprochener Dank für den Empfänger sei, und gleichzeitig unterschätzen, wie positiv er tatsächlich ankommt. Genau diese Fehleinschätzung führt dazu, dass Geschenke kommentarlos auf Schreibtischen landen.

Eine handschriftliche Zeile, die einen konkreten Vorgang benennt, verändert dieselbe Sache vollständig. Nicht "Frohe Weihnachten und danke für Ihren Einsatz", sondern der Satz, der zeigt, dass jemand hingesehen hat: welches Projekt, welche Woche, welche Situation. Das ist der günstigste Hebel in diesem gesamten Text. Wie solche Zeilen aussehen, ohne in Floskeln zu kippen, steht im Ratgeber zum Schreiben von Weihnachtskarten.

Kapitel IX · Fazit

Was bleibt.

Die Forschungslage und die Praxis zeigen in dieselbe Richtung. Ein Sachgeschenk wirkt stärker als der gleiche Betrag in bar, weil daran erkennbar wird, dass jemand nachgedacht hat. Der Betrag selbst ist zweitrangig, solange die Sache brauchbar ist und die Übergabe stimmt.

Praktisch bedeutet das: die Liste der Beschenkten zuerst, dann die Auswahl mit Blick auf den Alltagsnutzen, dann der Rahmen mit Gravur und Versand in der Kalkulation. Und eine handgeschriebene Zeile, die etwas Konkretes benennt. Wer diese vier Schritte einhält, braucht keine originelle Idee mehr.

Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand von August 2026 wieder und ersetzt keine Steuerberatung. Freigrenzen, Richtlinien und Anwendungsschreiben ändern sich, und der Einzelfall hat seine Besonderheiten. Klären Sie die konkrete Gestaltung mit Ihrer Steuerberatung. Maßgeblich sind die Regelungen des Einkommensteuergesetzes und die Lohnsteuer-Richtlinien.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Weihnachtsgeschenken für Mitarbeiter.

Wie viel darf ein Weihnachtsgeschenk für Mitarbeiter kosten?+
Damit es steuerfrei bleibt, höchstens 50 Euro brutto im jeweiligen Monat. Das ist die Sachbezugsfreigrenze nach Paragraf 8 Absatz 2 Satz 11 EStG. Maßgeblich ist der Endpreis inklusive Umsatzsteuer und aller Nebenkosten, die dem Stück direkt zuzuordnen sind. Eine Gravur gehört dazu.
Sind Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter steuerfrei?+
Ja, sofern es sich um eine Sachleistung handelt und die 50-Euro-Grenze im Monat der Übergabe eingehalten wird. Wird sie überschritten, ist der volle Betrag lohnsteuer- und beitragspflichtig, nicht nur der Überhang. Geldbeträge sind unabhängig von der Höhe immer Arbeitslohn. Prüfen Sie außerdem, ob laufende Sachbezüge wie eine Tankkarte die Grenze im Dezember bereits ausschöpfen.
Gilt die 60-Euro-Grenze auch an Weihnachten?+
Nein, und das ist der häufigste Irrtum. Die 60 Euro für Aufmerksamkeiten nach R 19.6 der Lohnsteuer-Richtlinien setzen ein besonderes persönliches Ereignis voraus, etwa Geburtstag, Hochzeit, Geburt oder Dienstjubiläum. Weihnachten betrifft alle im Betrieb gleichermaßen und zählt deshalb nicht dazu.
Was zählt als persönliches Ereignis bei Geschenken an Arbeitnehmer?+
Anlässe, die eine einzelne Person betreffen: Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes, bestandene Prüfung, Dienstjubiläum. Für diese Fälle greift die 60-Euro-Freigrenze, und zwar je Anlass und zusätzlich zur monatlichen Sachbezugsgrenze. Weihnachten, Ostern und Betriebsfeste zählen nicht dazu, weil sie die gesamte Belegschaft gleichermaßen betreffen. Zu Dienstjubiläen stehen die Details im Ratgeber zum Firmenjubiläum.
Was passiert, wenn die 50-Euro-Freigrenze um einen Cent überschritten wird?+
Dann wird der gesamte Betrag steuer- und beitragspflichtig, nicht der Überhang. Genau darin unterscheidet sich eine Freigrenze von einem Freibetrag. Rechnen Sie deshalb mit Puffer und beziehen Sie Gravur und Versand von Anfang an in die Kalkulation ein. Auch mehrere kleine Zuwendungen im selben Monat werden zusammengerechnet, nicht einzeln betrachtet.
Kann ich den 50-Euro-Sachbezug und die Weihnachtsfeier kombinieren?+
Grundsätzlich ja, es sind zwei getrennte Regelungen. Für die Feier gilt ein Freibetrag von 110 Euro je Teilnehmer bei bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr. Wichtig ist die Trennung: Ein Geschenk, das im Rahmen der Feier überreicht wird, zählt in deren Bemessungsgrundlage hinein.
Darf ich Mitarbeitern zu Weihnachten Bargeld schenken?+
Dürfen ja, steuerfrei nein. Die Lohnsteuer-Richtlinie stellt klar, dass Geldzuwendungen stets zum Arbeitslohn gehören, auch wenn der Betrag gering ist. Die Freigrenzen gelten ausschließlich für Sachleistungen. Aus 50 Euro netto in der Hand werden so schnell deutlich höhere Kosten für den Betrieb.
Sind Gutscheine als Weihnachtsgeschenk steuerfrei?+
Nur unter Bedingungen. Ein Gutschein bleibt Sachbezug, wenn er die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllt, also ausschließlich zum Warenbezug berechtigt und weder auszahlbar noch als Bargeldersatz nutzbar ist. Universell einsetzbare Karten fallen heraus. Amazon-Gutscheine gelten wegen der Fremdanbieter auf dem Marktplatz seit 2022 regelmäßig als Geldleistung und damit als steuerpflichtiger Arbeitslohn.
Was hat sich 2026 bei der Weihnachtsfeier geändert?+
Seit dem 1. Januar 2026 lässt sich der Aufwand über dem 110-Euro-Freibetrag nur noch dann mit 25 Prozent pauschal versteuern, wenn die Veranstaltung allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht. Reine Führungskräfte- oder Vorstandsfeiern verlieren diese Möglichkeit. Eingefügt wurde die Voraussetzung durch das Steueränderungsgesetz 2025. Der Freibetrag selbst blieb unverändert.
Zählt die Gravur in die 50-Euro-Grenze hinein?+
Ja. Maßgeblich ist der Endpreis der Zuwendung, und eine Veredelung erhöht ihn. Praktisch heißt das: Bei zehn Euro Gravuraufpreis darf der Artikel selbst höchstens vierzig Euro kosten, damit die Grenze hält. Diese Rechnung machen die wenigsten Anbieterlisten auf, weshalb Bestellungen häufiger über der Grenze landen als beabsichtigt.
Was schenkt man Mitarbeitern, die man kaum kennt?+
Etwas Nützliches mit gutem Material und ohne Geschmacksrisiko, statt etwas vermeintlich Originelles. Je größer die Distanz, desto stärker wirkt die Qualität der Sache und desto schwächer die persönliche Pointe. Ein Schreibgerät, ein Lederkleinteil oder ein guter Kaffee tragen diese Rolle zuverlässig.
Wie viele Betriebsveranstaltungen sind pro Jahr begünstigt?+
Zwei. Der Freibetrag von 110 Euro je Teilnehmer gilt für bis zu zwei Veranstaltungen im Kalenderjahr. Findet eine dritte statt, ist deren Aufwand grundsätzlich steuerpflichtig. Er lässt sich unter den seit 2026 verschärften Bedingungen pauschal versteuern, sofern die Veranstaltung allen Betriebsangehörigen offensteht. Anders als die 50 Euro ist dies ein Freibetrag: Nur der Überhang wird erfasst.
Wie früh sollte man personalisierte Weihnachtsgeschenke bestellen?+
Rechnen Sie ab Mitte November mit spürbar längeren Durchlaufzeiten, weil Gravurkapazitäten und Versanddienstleister gleichzeitig auf Jahreshöchstlast laufen. Wer Namen gravieren lässt, braucht zusätzlich die vollständige Empfängerliste mit korrekten Schreibweisen. Bis Mitte November bestellt zu haben, nimmt den Vorgang aus dem Risiko. Für Versand an Privatadressen brauchen Sie außerdem das Einverständnis der Beschäftigten.
Was ist der Unterschied zwischen Weihnachtsgeld und Weihnachtsgeschenk?+
Weihnachtsgeld ist eine Sonderzahlung und damit voll steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn, unabhängig von der Höhe. Das Weihnachtsgeschenk ist eine Sachzuwendung, die innerhalb der Freigrenze steuerfrei bleibt. Beides erfüllt unterschiedliche Zwecke: Das eine ist Vergütung, das andere ein Zeichen. Wer beides gleichzeitig gewährt, sollte die Zahlung sauber vom Geschenk trennen.
Andre Hörner, Geschäftsführer Hörner GmbH
Über den Autor
Andre Hörner
Geschäftsführer Hörner GmbH

Andre Hörner führt die Hörner GmbH seit 2016 und kennt das Sortiment aus tausenden Geschenk-Bestellungen, Gravur-Aufträgen und E-Mail-Anfragen. Seine Blog-Beiträge basieren auf realen Bestelldaten und der Erfahrung aus dem täglichen Kundenkontakt im Hörner-Online-Shop.

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