Journal · Uhren-Wissen

Uhr Batterie wechseln: Bodentyp erkennen, bevor Sie ein Werkzeug kaufen.

Eine stehengebliebene Uhr braucht eine neue Batterie, aber welches Werkzeug Sie dafür brauchen, hängt vom Gehäuseboden ab. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Druck- und Schraubboden erkennen, ohne die Uhr zu öffnen. Sie erfahren außerdem, welche Zelle die meisten Quarzuhren braucht und wann der Weg zum Fachgeschäft die bessere Wahl ist.

Hörner Nova Midnight Quarzuhr mit Zifferblatt in dunkelblauer Perlmutt-Optik und schwarzem Lederarmband
Die Hörner Nova Midnight: Miyota-6P27-Quarzwerk mit Druckboden, wie bei allen fünf Nova-Varianten.
Kurz zusammengefasst

Drehen Sie die Uhr zuerst um: Ein glatter Rand mit kleiner Kerbe spricht für einen Druckboden, sichtbare Schlitze oder Bohrungen für einen Schraubboden. Bestimmen Sie dann die passende Zelle: Bei einem Miyota-6P27-Werk wie in der Hörner Nova ist das eine SR621SW, auch „364" genannt. Fassen Sie die neue Zelle nie mit bloßen Fingern an beiden Polen gleichzeitig an. Im Fachgeschäft kostet der Wechsel bei Standarduhren meist 10 bis 30 Euro.

SR621SW
Zelle fürs Miyota 6P27
auch „364" genannt, 1,55 V Silberoxid
ab 100 m
spricht für Schraubboden
bei 30–50 m überwiegt der Druckboden
10–30 €
Fachgeschäft
üblicher Preis inklusive Zelle
Kapitel I · Diagnose

Den Gehäuseboden erkennen, ohne die Uhr zu öffnen.

Bevor Sie irgendein Werkzeug kaufen, drehen Sie die Uhr einmal um. Der Gehäuseboden zeigt Ihnen, welches Werkzeug Sie brauchen, wenn Sie wissen, worauf Sie achten. Das betrifft ausschließlich Quarzuhren: Bei einer Automatikuhr gibt es keine Batterie zu wechseln.

Am häufigsten ist der Druckboden, auch Sprungboden genannt: ein glatter Rand, oft mit einer kleinen Kerbe oder Aussparung für die Messerklinge. So ist auch die Hörner Nova gebaut. Beim Schraubboden sehen Sie dagegen Kerben, Schlitze oder zwei kleine Bohrungen am Rand für die Klauen eines Bodenöffners. Manchmal ist es auch nur eine leicht erhabene, geriffelte Kante statt sichtbarer Schlitze. Gerade diese Variante wird häufig mit einem Druckboden verwechselt. Prüfen Sie im Zweifel genauer. Eine dritte, seltenere Bauart hält den Boden nicht über ein Gewinde, sondern über mehrere kleine Einzelschrauben am Rand. Ein Bajonettboden mit kurzer Einkerbung am Ende des Schraubwegs kommt gelegentlich bei sogenannten Superkompressor-Gehäusen vor, in der Praxis begegnen Sie ihm selten. Ganz ohne separaten Boden kommt ein Monoblock-Gehäuse aus, dort führt der einzige Zugang über das Uhrenglas.

Ein zweiter, äußerer Hinweis hilft ohne jedes Werkzeug: die aufgedruckte Wasserdichtigkeits-Angabe. Das ist eine Tendenz, keine feste Regel. Ab etwa 100 Metern, wie bei Sport- und Taucheruhren mit meist verschraubter Krone, überwiegt der Schraubboden. Bei rund 30 bis 50 Metern, dem Bereich klassischer Kleideruhren, überwiegt der Druckboden. Die Nova mit ihren 5 ATM und dem bestätigten Druckboden fügt sich genau in dieses Muster ein. Das zeigt: Die Heuristik trägt in der Praxis, auch wenn sie keine Garantie ist.

Druckboden der Hörner Nova mit glattem, poliertem Rand und der Prägung 5ATM Water Resistant
Der echte Nova-Druckboden: glatter, polierter Rand ohne Schlitze oder Bohrungen, dazu die aufgedruckte Wasserdichtigkeits-Angabe als zweiter Hinweis.
Bodentyp, Erkennungszeichen und passendes Werkzeug
BodentypErkennungszeichenWerkzeug
DruckbodenGlatter Rand, oft kleine KerbeGehäusemesser
Schraubboden, KlauentypZwei oder mehr Bohrungen/Schlitze am RandBodenöffner mit Klauen oder Vierkant
Schraubboden, EinzelschlitzEin breiter Schlitz quer über den BodenMünze (z. B. 1- bis 5-Cent) oder passender Schraubendreher
Boden mit EinzelschraubenMehrere kleine Schrauben am Rand verteiltKleiner Kreuzschraubendreher
Schema: drei Gehäuseböden im Querschnitt Druckboden mit glattem Rand und kleiner Kerbe für das Gehäusemesser, Schraubboden mit Gewinde und zwei Bohrungen für die Klauen eines Bodenöffners, und ein angedeuteter Bajonettboden mit kurzer Einkerbung am Ende des Schraubwegs. Druckboden glatter Rand, kleine Kerbe Werkzeug: Messer Schraubboden Bohrungen für Klauen Werkzeug: Klauenöffner Bajonettboden selten, angedeutet Werkzeug: Spezialöffner
Drei Böden im Schnitt: Druckboden, Schraubboden mit Klauen-Bohrungen, und der seltenere Bajonettboden.

Auch größere Uhrenketten erläutern diese Unterscheidung in ihren Serviceanleitungen, die Grundlogik ist über Fachhandel und Hersteller hinweg dieselbe.

Kapitel II · Die richtige Zelle

Welche Zelle Ihre Uhr braucht.

In der gesamten Nova-Linie ist ein Miyota-6P27-Quarzwerk verbaut. Die passende Zelle ist eine SR621SW, auch unter der Bezeichnung „364" geführt, 1,55 Volt Silberoxid. Das bestätigt die Kaliberseite des Herstellers, dieselbe Angabe findet sich unabhängig bei mehreren Ersatzteilhändlern.

Verwechseln Sie die SR621SW nicht mit ähnlich klingenden Typen: Die SR626SW, auch „377" genannt, ist der insgesamt häufigste Zellentyp in Quarzuhren. Sie ist aber knapp 0,5 Millimeter höher und passt deshalb nicht in jedes Gehäuse, das für eine SR621SW ausgelegt ist. Die SR920SW oder „371" ist für größere, leistungshungrigere Werke gedacht, etwa Chronographen, und hier nicht relevant.

Drei ähnliche Knopfzellen im Vergleich
BezeichnungAuch genanntEinsatz
SR621SW„364"Miyota 6P27, u. a. Hörner Nova
SR626SW„377"Häufigster Typ allgemein, ca. 0,5 mm höher
SR920SW„371"Größere Werke, z. B. Chronographen

Silberoxid-Zellen wie die SR621SW liefern über die gesamte Entladedauer eine konstantere Spannung als vergleichbare Alkaline-Batterien, das kommt der gleichbleibenden Ganggenauigkeit zugute. Sind Sie sich bei einer anderen Uhr nicht sicher, welche Zelle hineingehört: Die zuverlässigste Quelle ist die Prägung auf der alten Zelle selbst, ersatzweise eine Kreuzreferenztabelle beim Fachhändler. Der Mythos „jede Batterie mit passender Spannung passt schon" stimmt nur bedingt. Gleiche Chemie und eine ähnliche Spannung schaden selten. Eine falsche Chemie wie eine 3-Volt-Lithiumzelle anstelle der 1,55-Volt-Silberoxidzelle oder eine falsche Baugröße kann dagegen sehr wohl schaden.

Miyota gibt für das 6P27-Kaliber eine Batterielaufzeit von drei Jahren an, gemessen unter Laborbedingungen am Werk selbst. Wie lange die Zelle in Ihrer eigenen Nova tatsächlich hält, kann je nach genutzten Funktionen und Tragehäufigkeit abweichen. Mehr zur Verarbeitung insgesamt lesen Sie im Ratgeber Woran erkennt man eine gute Uhr.

Kapitel III · Ausrüstung

Das Werkzeug, je nach Boden.

Für den Druckboden brauchen Sie ein Gehäusemesser. Setzen Sie es mit dem vorderen, flachen Teil der Klinge in die Kerbe, nicht mit der Spitze, sonst rutscht es leicht ab. Für einen Schraubboden mit Bohrungen für Klauen brauchen Sie einen Bodenöffner mit verstellbaren Klauen oder Vierkant. Beim selteneren Einzelschlitz-Typ reicht notfalls eine Münze, etwa eine 1- bis 5-Cent-Münze. Bei einem Boden mit Einzelschrauben wiederum genügt ein kleiner Kreuzschraubendreher. In allen Fällen hilft ein Gehäusehalter, damit die Uhr beim Arbeiten nicht verrutscht, dazu eine weiche Unterlage, eine Lupe und ein kleines Gefäß für die Kleinteile.

Für die Zelle selbst brauchen Sie zusätzlich eine Kunststoffpinzette. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

※
Größe zählt mehr als Kraft

Klauen oder Klinge müssen genau zum Gehäuse passen. Ist das Werkzeug zu klein, verkantet es, ist es zu groß, rutscht es ab und hinterlässt eine Spur, die bleibt. Dieselbe Regel gilt beim Kürzen eines Gliederarmbands, siehe Ratgeber Uhrenarmband kürzen.

Kapitel IV · Die Anleitung

Schritt für Schritt: die Zelle wechseln.

Mit dem passenden Werkzeug aus dem letzten Kapitel gehen Sie so vor:

  1. Uhr vorbereiten. Reinigen Sie das Gehäuse außen, trocknen Sie es gut ab und legen Sie die Uhr in den Gehäusehalter. Wie Sie ein Gehäuse routinemäßig sauber halten, lesen Sie im Ratgeber Uhr reinigen.
  2. Boden öffnen. Setzen Sie beim Druckboden das Messer flach in die Kerbe und hebeln Sie in kleinen, kontrollierten Bewegungen rundherum, bis sich der Boden löst. Verwenden Sie bei den übrigen Bodentypen das passende Werkzeug aus Kapitel III.
  3. Fotografieren. Halten Sie die Lage von Zelle und Haltefeder fest, bevor Sie etwas anfassen. Das erspart Ihnen beim Zusammenbau jedes Rätselraten.
  4. Alte Zelle entnehmen. Lösen Sie die Haltefeder und nehmen Sie die Zelle mit der Kunststoffpinzette heraus. Berühren Sie dabei nie beide Pole gleichzeitig mit bloßen Fingern oder einer Metallpinzette, das kann die Zelle kurzschließen und im schlimmsten Fall das Werk beschädigen.
  5. Neue Zelle bestimmen. Lesen Sie die Typenbezeichnung von der alten Zelle ab, vergleichen Sie sie mit Kapitel II und legen Sie die neue Zelle polrichtig ein.
  6. Schließen. Setzen Sie die Haltefeder zurück, prüfen Sie die Dichtung auf sichtbare Schäden und schließen Sie dann den Boden. Bei einem Druckboden mit gleichmäßigem Druck rundherum, bei einem Schraubboden handfest, nicht mit voller Kraft.
  7. Prüfen. Stellen Sie die Zeit und kontrollieren Sie, ob die Uhr sauber läuft.
※
Knopfzellen außer Reichweite von Kindern

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kann eine verschluckte Knopfzelle an feuchten Schleimhäuten einen Stromfluss auslösen, der zu schweren Verätzungen führen kann. Gewebeschäden können schon nach rund zwei Stunden auftreten. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine Zelle verschluckt hat, sollte es umgehend in einer Kinderklinik untersucht werden. Bewahren Sie alte und neue Zellen deshalb immer außer Reichweite von Kindern auf.

Kapitel V · Nach dem Öffnen

Was das Öffnen mit der Wasserdichtigkeit macht.

Kurz gesagt: Jedes Öffnen gefährdet die Wasserdichtigkeit, unabhängig vom Bodentyp. Beim Öffnen verliert die Bodendichtung einen Teil ihrer Klemmkraft, das Glas kann feine Mikrorisse bekommen, und die Aufzugswelle wird bewegt.

In der Fachpraxis wird die Dichtung deshalb geprüft und meist ersetzt, gefolgt von einem Drucktest. Eine spezialisierte Uhrenwerkstatt beschreibt dafür einen trockenen Drucktest mit 6 bar. Er kostet rund 10 Euro mehr als ein reiner Batteriewechsel und ist damit eine kleine Zusatzausgabe gegen das Risiko teurer Feuchtigkeitsschäden am Werk, wie es auch der Kosten-Rahmen in Kapitel VIII zeigt. Eine fachlich geprüfte, unbeschädigte Dichtung kann dabei durchaus weiterverwendet werden, zwingend ist der Tausch also nicht, in der Praxis ist er aber die Regel.

Für die Kennzeichnung gilt: ISO 22810 ist die Norm für alltagstaugliche wasserfeste Uhren, ISO 6425 gilt eigens für Taucheruhren mit deutlich höheren Anforderungen. Verwechseln Sie die beiden nicht, eine Alltagsuhr nach ISO 22810 ist keine Taucheruhr, selbst bei ähnlicher Meterangabe. Bei einem Schraubboden kommt hinzu: Das Anzugsmoment beim Wiederverschließen von Hand exakt zu treffen ist schwieriger als bei einem Druckboden, wo kein Gewinde im Spiel ist. Mehr zu ATM- und Bar-Angaben lesen Sie im Ratgeber Uhr wasserdicht.

Kapitel VI · Warnzeichen

Woran Sie eine leere Batterie erkennen.

Bei manchen Quarzwerken springt der Sekundenzeiger bei niedriger Spannung in Zwei- bis Vier-Sekunden-Schritten, statt jede Sekunde einzeln vorzurücken. Danach läuft die Uhr meist noch ein bis zwei Wochen weiter. Das ist ein allgemeines Verhalten mancher Quarzwerke, keine feste Eigenschaft eines bestimmten Kalibers. Beobachten Sie es am besten direkt an Ihrer eigenen Uhr. Weitere Anzeichen sind ein vollständiges Stehenbleiben oder eine spürbar schwankende Ganggenauigkeit.

Die eigentliche Dringlichkeit liegt dabei nicht im Stehenbleiben selbst. Das größere Risiko ist austretendes Elektrolyt aus einer stark entladenen Zelle, das Kontakte und Werk angreifen kann. Wechseln Sie eine erkennbar schwache Batterie deshalb zügig, statt abzuwarten, bis die Uhr ganz stehen bleibt.

Kapitel VII · Drei Halbwahrheiten

Ausgelaufen, magnetisiert, eingelagert: drei Halbwahrheiten.

„Eine ausgelaufene Batterie bedeutet, die Uhr ist hinüber." So pauschal stimmt das nicht. Entscheidend ist die Zeit bis zur Reinigung, nicht die Leckage selbst. Wer zügig reagiert, rettet in vielen Fällen das Werk. Das ist kein Freifahrtschein zum Abwarten, ordnet das Risiko aber ehrlicher ein als die Angstmacherei, die in vielen Foren kursiert.

„Magnete zerstören Quarzuhren." Zerstören nicht, aber stören schon: Der Schrittmotor eines Quarzwerks ist laut Seiko „extrem klein" und kann durch Magnetfelder leicht beeinträchtigt werden. Die Uhr kann dann vor- oder nachgehen oder kurz stehen bleiben. Außerhalb des Feldes läuft sie meist wieder normal, Sie stellen danach nur die Zeit neu. Bleibend magnetisiert wie ein mechanisches Werk wird ein Quarzwerk in der Regel nicht. Wie Sie das von anderen Ursachen unterscheiden, zeigt der Ratgeber Uhr geht vor oder nach.

„Die Batterie muss bei längerer Nichtnutzung raus." Darüber gehen selbst erfahrene Uhrenbesitzer auseinander. Die einen entnehmen die Zelle vorsorglich ab etwa sechs Monaten Pause, andere berichten von jahrzehntelanger Lagerung ohne jede ausgelaufene Batterie. Eine allgemeingültige Regel lässt sich daraus nicht ableiten, behandeln Sie es als persönliche Abwägung zwischen Aufwand und Sicherheitsgefühl.

Kapitel VIII · Die Alternative

Kosten, Fachgeschäft und die alte Zelle.

Bei Standarduhren kostet der Batteriewechsel im Fachgeschäft üblicherweise 10 bis 30 Euro inklusive Zelle. Bei hochwertigeren Uhren mit Dichtungstausch und Drucktest liegt die Spanne eher zwischen 25 und teils 50 bis 100 Euro und mehr. Die Zelle allein kostet einzeln meist 5 bis 20 Euro. Wie lange der Service dauert, hängt stark vom Anbieter ab. Eine seriöse Pauschalzahl gibt es dafür nicht, fragen Sie am besten direkt beim Fachgeschäft nach. Manche größere Ketten bieten auch einen Einsendeservice an, bei dem der Preis die Wasserdichtigkeitsprüfung bereits einschließt.

Kosten nach Uhrentyp
UhrentypKostenEnthält
Standarduhr10–30 €Zelle, einfacher Wechsel
Hochwertige Uhr25–100 €+Zelle, Dichtungstausch, Drucktest
Zelle einzeln5–20 €Ohne Arbeitsleistung

Ein nützlicher Rahmen für die Entscheidung selbst wechseln oder wechseln lassen: 10 bis 30 Euro beim Profi stehen einem möglichen dreistelligen Folgeschaden gegenüber. So viel kann es kosten, wenn beim Öffnen etwas schiefgeht. Bei einer Uhr mit laufender Gewährleistung fragen Sie besser vorher nach, ob ein Selbstwechsel die Garantie berührt.

Zum Schluss die alte Zelle: Uhrenbatterien gehören nicht in den Hausmüll. Jeder Händler, der Batterien verkauft, muss haushaltsübliche Mengen kostenlos zurücknehmen, unabhängig davon, wo Sie die Zelle ursprünglich gekauft haben. Auch der nächste Wertstoffhof nimmt sie an.

Aus dem Hörner-Sortiment

Quarzuhr mit japanischem Werk, im Original erlebt.

Die Nova-Linie trägt genau das Werk, um das es in diesem Ratgeber geht: ein Miyota-6P27-Quarzwerk mit Druckboden. Drei von fünf Varianten im Überblick.

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Alle Modelle finden Sie in der Hörner Uhren-Kategorie, jede mit vollständigem Datenblatt.

Häufige Fragen

Uhr Batterie wechseln, kompakt beantwortet.

Kann man die Batterie in der Uhr selbst wechseln?+
Ja, bei den meisten Quarzuhren mit dem passenden Werkzeug für den jeweiligen Gehäuseboden. Wer sich unsicher fühlt oder keine Werkstattausrüstung besitzt, ist der Wechsel im Fachgeschäft für gewöhnlich in wenigen Minuten erledigt, meist für 10 bis 30 Euro.
Welche Batterie braucht meine Uhr?+
Das hängt vom eingebauten Werk ab. Am sichersten lesen Sie die Typenbezeichnung von der alten Zelle ab, etwa SR621SW. Liegt die alte Zelle nicht vor, hilft eine Kreuzreferenztabelle beim Uhrmacher oder Fachhändler weiter. Raten sollten Sie nicht.
Welche Batterie hat die Hörner Nova?+
Eine SR621SW, auch „364" genannt, 1,55 Volt Silberoxid, passend zum verbauten Miyota-6P27-Quarzwerk. Miyota gibt für dieses Kaliber eine Batterielaufzeit von drei Jahren an, das ist eine Herstellerangabe für das Werk, kein Versprechen für die Uhr am Handgelenk.
Wie erkenne ich Schraub- oder Druckboden, ohne die Uhr zu öffnen?+
Prüfen Sie den Gehäuserand: Ein glatter Rand mit kleiner Kerbe spricht für einen Druckboden, Schlitze oder Bohrungen für einen Schraubboden. So ist auch die Hörner Nova gebaut. Ein zweiter Hinweis ist die Wasserdichtigkeits-Angabe: Ab etwa 100 Metern überwiegt eher der Schraubboden, bei 30 bis 50 Metern eher der Druckboden, nur als Tendenz.
Wie bekomme ich den Gehäuseboden einer Armbanduhr auf?+
Je nach Bauart unterschiedlich: Ein Druckboden lässt sich mit einem Gehäusemesser an einer kleinen Kerbe anheben, ein Schraubboden mit Klauen braucht einen Bodenöffner, bei einem Boden mit Einzelschrauben genügt ein passender Kreuzschraubendreher. Welches Werkzeug zu welchem Boden gehört, zeigt die Tabelle in Kapitel I.
Was kostet es, bei einer Uhr die Batterie zu wechseln?+
Bei Standarduhren üblicherweise 10 bis 30 Euro inklusive Zelle. Bei hochwertigen Uhren mit Dichtungstausch und Drucktest liegt die Spanne eher bei 25 bis teils 100 Euro und mehr. Fragen Sie vor dem Termin nach dem genauen Preis.
Welches Werkzeug brauche ich, und geht es auch ohne?+
Je nach Boden ein Gehäusemesser, ein Bodenöffner mit Klauen oder ein kleiner Kreuzschraubendreher, dazu eine Kunststoffpinzette. Ganz ohne Werkzeug geht nur ein Boden mit einzelnem Schlitz, den Sie notfalls mit einer 1- bis 5-Cent-Münze öffnen.
Ist meine Uhr nach dem Batteriewechsel noch wasserdicht?+
Jedes Öffnen gefährdet die Wasserdichtigkeit grundsätzlich, weil die Dichtung an Klemmkraft verliert und auch Glas und Aufzugswelle beansprucht werden. In der Fachpraxis wird die Dichtung deshalb geprüft, meist ersetzt und mit einem Drucktest kontrolliert, teils mit bis zu 6 bar. Mehr dazu im Ratgeber Uhr wasserdicht.
Muss die Dichtung nach dem Öffnen immer getauscht werden?+
Nicht zwingend: Eine fachlich geprüfte, unbeschädigte Dichtung kann weiterverwendet werden. In der Praxis wird sie nach dem Öffnen trotzdem meist ersetzt, weil sich ihr Zustand ohne genaue Prüfung kaum verlässlich beurteilen lässt. Der Tausch kostet meist nur wenige Euro extra, spart im Zweifel aber teure Folgeschäden.
Woran erkenne ich eine leere Batterie?+
Bei manchen Quarzwerken springt der Sekundenzeiger bei niedriger Spannung in Zwei- bis Vier-Sekunden-Schritten statt sekündlich, danach läuft die Uhr meist noch ein bis zwei Wochen. Ob Ihre eigene Uhr das zeigt, beobachten Sie am besten direkt an ihr. Auch Stehenbleiben ist ein Zeichen.
Ist eine ausgelaufene Batterie schlimm für die Uhr?+
Sie ist kein Totalschaden, wenn Sie zügig handeln. Entscheidend ist die Zeit bis zur Reinigung, nicht die Leckage selbst, denn austretendes Elektrolyt greift Kontakte und Werk erst mit der Zeit an. Wechseln Sie eine erkennbar leere Batterie deshalb zeitnah, statt abzuwarten, bis die Uhr stehen bleibt.
Schadet ein Magnet meiner Quarzuhr?+
Dauerhaft meist nicht. Ein starkes Magnetfeld kann den winzigen Schrittmotor einer Quarzuhr stören, die Uhr geht dann vor oder nach oder bleibt kurz stehen. Außerhalb des Feldes läuft sie meist wieder normal, stellen Sie danach nur die Zeit neu. Bleibend magnetisiert wie ein mechanisches Werk wird ein Quarzwerk in der Regel nicht.
Soll ich die Batterie entnehmen, wenn ich die Uhr länger nicht trage?+
Darüber sind sich selbst erfahrene Uhrenbesitzer uneinig. Manche entnehmen die Zelle vorsorglich ab etwa sechs Monaten Pause, andere berichten von jahrzehntelanger Lagerung ohne jedes Problem. Eine allgemeingültige Regel gibt es dafür nicht, behandeln Sie es als persönliche Abwägung zwischen Aufwand und Sicherheitsgefühl.
Wie entsorge ich die alte Uhrenbatterie richtig?+
Nicht über den Hausmüll. Jeder Händler, der Batterien verkauft, muss haushaltsübliche Mengen kostenlos zurücknehmen, unabhängig davon, wo Sie die Batterie ursprünglich gekauft haben. Auch der nächste Wertstoffhof nimmt sie kostenlos an, meist über eine eigene Sammelstelle für Altbatterien.
Wie lange hält eine Uhrenbatterie normalerweise?+
Das hängt vom Werk und den genutzten Zusatzfunktionen ab. Miyota gibt für das 6P27-Kaliber der Nova drei Jahre an. Das ist eine Herstellerangabe für das Werk im Labor, keine Garantie für die Uhr im Alltag.
Verliere ich die Gewährleistung, wenn ich die Batterie selbst wechsle?+
Das ist möglich und hängt vom Händler sowie den Garantiebedingungen ab. Manche Hersteller werten das Öffnen des Gehäuses als Eingriff. Bei einer Uhr mit laufender Gewährleistung fragen Sie vor dem Selbstwechsel deshalb besser einmal nach, statt es darauf ankommen zu lassen.
Andre Hörner, Geschäftsführer Hörner GmbH
Über den Autor
Andre Hörner
Geschäftsführer Hörner GmbH

Andre Hörner führt die Hörner GmbH seit 2016 und kennt das Sortiment aus tausenden Geschenk-Bestellungen, Gravur-Aufträgen und E-Mail-Anfragen. Seine Blog-Beiträge basieren auf realen Bestelldaten und der Erfahrung aus dem täglichen Kundenkontakt im Hörner-Online-Shop.

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