Palisander: das duftende Edelholz im Porträt.
Palisander trägt viele Namen, Rosewood, Rosenholz, Jacaranda, und gehört zu den begehrtesten Hölzern der Welt. Dieser Ratgeber erklärt, was Palisander so dicht, so duftend und so wertvoll macht, woher die vielen Namen kommen, was es kostet und ob das Holz seit der CITES-Listung verboten ist.
Palisander ist das dichte, dunkle Kernholz tropischer Dalbergia-Bäume und international als Rosewood, Rosenholz oder Jacaranda bekannt. Mit rund 830 bis 900 kg/m³ und etwa 2.350 lbf Janka-Härte ist es deutlich härter als Mahagoni, aber weicher als Ebenholz. Frisch geschnitten duftet es rosig, daher der Name Rosenholz. Seit Januar 2017 steht die gesamte Gattung Dalbergia unter CITES-Schutz, verboten ist Palisander aber nicht: Fertigprodukte unter zehn Kilogramm sind seit 2019 vom Nachweiszwang ausgenommen.
Was ist Palisander?
Palisander ist ein Sammelbegriff für das dunkle, dichte Kernholz tropischer Bäume der Gattung Dalbergia aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Es zählt zu den edelsten und teuersten Hölzern der Welt.
Verwirrend ist vor allem die Vielzahl der Namen. International heißt Palisander Rosewood, im Deutschen wird es auch Rosenholz genannt, im Möbel- und Instrumentenhandel oft Jacaranda. All diese Begriffe meinen dasselbe: schwere, dunkel gemaserte und von Natur aus ölige Hölzer der Gattung Dalbergia.
Bekannt geworden ist Palisander vor allem als Klangholz feiner Gitarren und als Material klassischer Möbel. Seine Dichte, die lebendige Maserung und der charakteristische Duft machen es seit jeher zu einem der gefragtesten Edelhölzer überhaupt, und zu einem der am strengsten geschützten.
Dichte, Härte und Charakter.
Palisander ist ein schweres, hartes Holz. Die Wood Database gibt für den Ostindischen Palisander, die wichtigste Handelsart, eine Dichte von rund 830 bis 900 kg/m³ und eine Janka-Härte von etwa 2.350 lbf an. Damit liegt Palisander klar über Mahagoni und ordnet sich zwischen den heimischen Harthölzern und dem extrem dichten Ebenholz ein.
| Holz | Dichte (kg/m³) | Janka-Härte (lbf) | Farbe |
|---|---|---|---|
| Palisander | 830-900 | ~ 2.350 | braun-violett, gestreift |
| Mahagoni | 590-640 | ~ 900 | warm rotbraun |
| Eiche | ~ 650 | ~ 1.100 | hellbraun |
| Ebenholz | 1.000-1.200 | > 3.000 | tiefschwarz |
Zu Dichte und Härte kommt ein hoher natürlicher Ölgehalt. Er macht Palisander widerstandsfähig, gut polierbar und sehr langlebig, sorgt aber auch dafür, dass sich das Holz beim Verleimen anspruchsvoll verhält. In der Summe ergibt das ein Material, das auf Wertigkeit und Beständigkeit ausgelegt ist.
Palisander ist deutlich härter als Mahagoni und bleibt doch unter dem extremen Ebenholz, ein Edelholz der goldenen Mitte.Aus der Praxis · Andre Hörner
Farbe, Duft und der Name Rosenholz.
Die Farbe von Palisander reicht von warmem Schokoladenbraun über Rotbraun bis zu violetten und beinahe schwarzen Tönen, fast immer durchzogen von dunkleren, unregelmäßigen Streifen. Diese kräftige, lebendige Maserung ist das optische Markenzeichen des Holzes und der Grund, warum es in Möbeln und Instrumenten so gesucht ist.
Den zweiten, weniger bekannten Reiz liefert der Geruch. Frisch geschnittenes Palisanderholz verströmt einen feinen, rosenartigen Duft aus seinen ätherischen Ölen. Genau dieser Duft hat dem Holz international den Namen Rosewood und im Deutschen Rosenholz eingebracht. Unter Licht dunkelt Palisander mit der Zeit nach und wird ruhiger im Ton.
Arten und Herkunft: die Gattung Dalbergia.
Alle echten Palisander gehören zur Gattung Dalbergia, die weltweit über hundert Arten umfasst. Die wichtigsten im Überblick:
| Art (botanisch) | Herkunft | Bedeutung |
|---|---|---|
| Ostindischer Palisander (Dalbergia latifolia) | Indien, Südostasien | wichtigste Handelsart heute |
| Rio-Palisander (Dalbergia nigra) | Brasilien | historisches Spitzenholz, CITES Anhang I |
| Amazonas-Palisander (Dalbergia spruceana) | Südamerika | dunkel, dicht |
| Cocobolo (Dalbergia retusa) | Mittelamerika | besonders farbenkräftig |
Eng verwandt ist auch das afrikanische Grenadill, ebenfalls eine Dalbergia-Art. Allen gemeinsam sind das langsame Wachstum und der hohe Wert. Je nach Region und Art unterscheiden sich Farbe, Maserung und Dichte erheblich, vom rotbraunen Ostindischen bis zum tief gestreiften Rio-Palisander.
Wie teuer ist Palisander?
Palisander gehört zu den teuersten Hölzern überhaupt. Gutes Schnittholz liegt je nach Art und Qualität meist im hohen vierstelligen Bereich pro Kubikmeter, seltene Sorten erzielen ein Vielfaches. Vier Faktoren bestimmen den Preis:
- Langsames Wachstum. Dalbergia-Bäume brauchen viele Jahrzehnte bis zu nutzbarem Kernholz.
- Begehrte Eigenschaften. Dichte, Maserung und Klangverhalten machen Palisander für Instrumente und Möbel besonders gesucht.
- Strenger Schutzstatus. Seit 2017 ist die gesamte Gattung CITES-geschützt, was den legalen Handel begrenzt.
- Seltene Spitzenarten. Das brasilianische Rio-Palisander unterliegt dem strengsten Schutz und ist entsprechend kostbar.
Weil echtes Palisander teuer und geschützt ist, wird es heute sparsam und gezielt eingesetzt, dort, wo eine kleine Menge die größte Wirkung entfaltet, etwa als Korpus eines feinen Schreibgeräts statt als großflächiges Möbelholz.
Ist Palisander verboten?
Nein, verboten ist Palisander nicht, aber streng geschützt. Seit dem 2. Januar 2017 steht die gesamte Gattung Dalbergia im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES. Das brasilianische Rio-Palisander (Dalbergia nigra) ist sogar im strengeren Anhang I gelistet. Hintergrund ist die jahrzehntelange Übernutzung, die viele Arten selten gemacht hat.
Für den Alltag entscheidend ist eine Anpassung von 2019: Fertige Produkte unter zehn Kilogramm, also Möbel, Musikinstrumente, Schreibgeräte oder Schmuck, sind seitdem vom CITES-Nachweis ausgenommen. Solche Gegenstände dürfen also gehandelt und verkauft werden. Strenger bleibt es nur beim grenzüberschreitenden Handel mit großen Mengen Rohholz und beim besonders geschützten Rio-Palisander.
Diese vier Begriffe meinen im Handel fast immer dasselbe: dunkle, dichte Hölzer der Gattung Dalbergia. Rosewood ist die englische, Rosenholz die deutsche Bezeichnung, beide spielen auf den rosigen Duft an. Jacaranda ist vor allem in Brasilien gebräuchlich. Wer eines dieser Wörter liest, sollte denselben CITES-Schutzstatus mitdenken.
Wofür wird Palisander verwendet?
Überall dort, wo Dichte, Klang und edle Optik gefragt sind. Klassische Einsatzgebiete sind:
- Musikinstrumente. Eines der wichtigsten Klanghölzer überhaupt, für Gitarrenkorpusse, Griffbretter und Streichinstrumente.
- Möbel und Furniere. Seit Jahrhunderten ein Edelholz der Möbelkunst, oft als Furnier mit markanter Maserung.
- Kunst und Handwerk. Messergriffe, Drechselarbeiten, Intarsien und kleine Luxusgegenstände.
- Gebrauchsgegenstände mit Anspruch. Als warmer, dichter Korpus feiner Schreibgeräte und edler Accessoires.
Edelholz aus echtem Palisander.
Bei Hörner kommt Palisander dort zum Einsatz, wo eine kleine Menge des wertvollen Holzes die größte Wirkung entfaltet: als warm gebänderter Korpus und als gravierbares Accessoire für jeden Tag.
Mehr über die Schwesterhölzer lesen Sie in den Ratgebern Ebenholz und Mahagoni. Eine Übersicht aller Schreibgeräte finden Sie in der Schreibgeräte-Kategorie.